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Wer fragt, gewinnt
Um erfolgreich Verhandeln zu können, muss
ich mehr über mein Gegenüber erfahren. Das
erreiche ich durch Fragen. Ob in der Verkaufsverhandlung,
im Vorstellungsgespräch oder in der Gehaltsverhandlung.
Mit den richtigen Fragen komme ich leichter
ans Ziel. In diesem Artikel erhalten Sie
grundlegende Tipps für Ihre nächste Verhandlungssituation.
Fragestrategien für eine erfolgreiche Verhandlung
1. Aktives Zuhören
Fragen sind nur dann erfolgreich, wenn ich
im Gegenzug auch aktiv zuhöre. Aktives Zuhören
unterscheidet sich deutlich vom Hinhören.
Beim Hinhören hören wir mit den Ohren, doch
beim aktiven Zuhören benutzen wir unsere
gesamten Sinne. Somit ist aktives Zuhören
eigentlich keine Technik, sondern eine Grundeinstellung,
bei der wir unsere Sinne auf Wahrnehmen einstellen.
Beim aktives Zuhören höre ich nicht nur was
mein Gegenüber sagt (Sachinformation), sondern
lese mit meinen Augen und meinem Gespür das
„Wie“ zu erkunden. Ich lese zwischen den
Zeilen und versuche anhand von Gestik, Mimik,
Sprechweise, Klang und Aussprache die emotionale
Verfassung und die Gefühle meines Gegenüber
zu erkunden, um mit diesen Informationen
besser auf ihn eingehen zu können. Ich kann
meine weiteren Fragen dann nicht nur basierend
auf der Sachinformation, sondern auch mit
dem Wissen der emotionalen Verfassung und
Gefühle stellen. Beim aktiven Zuhören analysiere
ich also anhand von Gestik, Mimik, Sprechweise,
Klang und Aussprache.
Was erreiche ich damit? Gehe ich auf die
Gefühlslage meines Gegenüber ein, fühlt er
sich Verstanden und das trägt wesentlich
zum Erfolg meiner Verhandlung bei.
Die drei Pfeiler des aktiven Zuhörens:
- Sein Gegenüber immer ausreden lassen.
- Analysieren, warum mir diese Information
gegeben wird.
- Erst im Anschluss die eigene Aussage formulieren.
Weitere Bausteine, die je nach Situation
weiterhelfen:
- Verständnisfragen formulieren, wenn etwas
nicht klar ist. (Habe ich Sie richtig verstanden,
dass...? Meinten Sie, dass...?)
- Bei emotional aufgestauten Situationen auf
die Gefühlslage des Gegenüber eingehen und
Verständnis zeigen. (Das kann ich gut verstehen.
Sie ärgern sich.)
- Körperhaltung, Gestik und Mimik spiegeln.
Die sechs Fehler beim aktiven Zuhören, bei
denen ich nicht auf die Bedürfnisse meines
Verhandlungspartners eingehe:
- Über sich selbst reden.
- Sich nur für die Sache interessieren.
- Kritik üben
- Lösungen liefern.
- Herunterspielen.
- Interpretieren
Ein Kommunikationsmodell im Beispiel
Das Nachrichtenquadrat von Schulz von Thun
ist ein anschauliches Modell, um die Vielfalt
der Kommunikation und der daraus entstehenden
Kommunikationsfallen zu erkennen. Im Kommunikationsquadrat
hat eine Nachricht vier Seiten. Nur eine
davon beinhaltet die Sachinformation. Die
anderen drei Seiten sagen etwas über die
Beziehung des Redners zum Zuhörer aus, über
den persönlichen Appell, den er mit der Nachricht
verbindet sowie etwas über ihn selbst.
Schulz von Thun setzt nun diesem Nachrichtenquadrat
vier Ohren des Empfängers gegenüber, die
mit genau den gleichen Funktionen ausgestattet
sind. Verlässt eine Nachricht mit allen vier
Seiten des Nachrichtenquadrats den Redner,
hat dieser keinen Einfluss mehr darauf, mit
welchen Ohren seine Nachricht nun vom Empfänger
aufgenommen wird. Durch diese Vielfalt wird
klar, warum es oft zu Verständnisschwierigkeiten
kommt, die im schlimmsten Fall zu einem Streit
bzw. bei der Verhandlung zum Abbruch dieser
führen. Doch soweit soll es nicht kommen.
Deshalb versuchen wir durch aktives Zuhören
das Nachrichtenquadrat zu entschlüsseln,
um dann unserer Fragen und Antworten so zu
formulieren, dass die entsprechenden Ohren
diese wohlwollend aufnehmen.
Ein viel zitiertes Beispiel aus dem Buch
„Miteinander reden 1“ von Schulz von Thun
soll das Modell anschaulich werden lassen.
Ein Paar sitz in einem Auto. Sie fährt auf
eine Kreuzung zu. Der Mann als Beifahrer
sagt „Du, da vorne ist grün.“ Die Nachricht
im Quadrat gibt die Sachinformation: Die
Ampel ist grün. Der Appell der dahinter steht
könnte lauten: Fahr schneller und die Selbstoffenbarung:
Ich bin aufmerksam und bei der Sache. Auf
der Beziehungsseite könnte ein Rat an die
Frau stehen. Die Frau könnte nun ihr Beziehungsohr
aufstellen und patzig antworten: Fährst du
oder fahr ich! Die schlechte Stimmung ist
vorprogrammiert.
Würde sie aktiv Zuhören, könnte Sie zunächst
hinterfragen, warum sie schneller fahren
soll: „Warum möchtest du, das ich schneller
fahre? oder bereits an seiner Tonlage eine
Unruhe erkennen und nachhaken: „Hast du es
eilig?“
Wer fragt, der führt
In dem vorangegangenen Beispiel wurden am
Ende zwei Fragetechniken angewendet. Die
offene Frage, um mehr Informationen zu bekommen
und die Kontrollfrage, die stets mit ja oder
nein beantwortet wird. Im Folgenden werden
sieben Fragetechniken gelistet, die in Gesprächen
und Verhandlungen angewendet werden können.
1. Offene Fragen (W-Fragen)
Wer, wie, wo, wann, wozu, warum - Sie gehören
zu den wichtigsten Fragen. Ziel: Mit diesen
Fragen erhalte ich Informationen, kann Interesse
an der Meinung des Gesprächspartners signalisieren,
nachhaken, den Gesprächspartner zum Nachdenken
bewegen, versuchen, ihn aus der Reserve zu
locken und in schwierigen Situationen Zeit
gewinnen. Diese Fragen können nicht mit ja
oder nein beantwortet werden. Achtung: Nicht
zu viele offene Fragen hintereinander stellen,
sonst fühlt sich der Gesprächspartner wie
in einem Verhör. Tipp: Einverständnis des
Gesprächspartners einholen, wenn mehrere
Fragen hintereinander geplant sind. Offene
Fragen geben dem Gesprächspartner die Möglichkeit
seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Sie
signalisieren ihm, dass er ernst genommen
wird und das Interesse an seiner Meinung
besteht. Für den Fragenden eröffnen sie einen
Quell von Informationen über den Gesprächspartner,
die er durch aktives Zuhören für die weitere
Verhandlungsstrategie nutzen kann.
2. Kontrollfragen:
Ziel: Werde ich verstanden. Hört der Gesprächspartner
mir noch zu. Wo steht mein Gesprächspartner
gerade. Sie geben dem Fragenden Sicherheit
für das weitere Vorgehen. Achtung: Positiv
formulieren Beispiel: Habe ich mich verständlich
augedrückt. habe ich schon auf ... hingewiesen?
Entspricht das Ihren Wünschen? Diese Fragen
werden in der Regel mit ja oder nein beantwortet.
Bei einem „ja“ kann ich fortfahren. Bei einem
„nein“ sollte ich mit offenen Fragen der
Begebenheit auf den Grund gehen.
3. Alternativfragen:
Ziel: Entscheidungen sollen herbeigeführt
werden. Alternativfragen grenzen den Entscheidungsprozess
sinnvoll ein und beschleunigen die Verhandlung.
Grundvoraussetzung sind zwei alternative
Vorschläge, die beide Vorteile und Nutzen
für den Verhandlungspartner aufweisen. Beispiel:
Wann treffen wir wir uns? Passt es am Montag
um 9 Uhr oder Dienstag am Nachmittag?
4. Geschlossene Fragen:
Bei geschlossenen Fragen erhalte ich immer
ein ja oder nein als Antwort. Nützlich sind
sie, um Vielredner zu stoppen oder einem
mundfaulen Gesprächspartner Informationen
zu entlocken. Sie eignen sich also, um konkrete
Informationen zu erhalten oder ein Problem
logisch zu erörtern.
5. Informationsfragen:
Mit Informationsfragen kann ich als Fragender
bewusst Informationen geben und Interesse
dafür wecken, ohne zu belehren. Ziel: bewusste
Steuerung von Informationen. Beispiel: Haben
Sie zufällig gehört, dass ...? Ist Ihnen
bereits bekannt, dass ...? Haben Sie auch
gelesen, dass...?
6. Reflektierende Fragen:
Die vom Verhandlungspartner geäußerten Gedanken
in Frageform wiederholen und Äußerung dem
Verhandlungspartner durch das Spiegeln bewusst
machen. Ziel: Die reflektierende Frage verfolgt
zwei Ziele. Durch die reflektierende Frage
wird dem Verhandlungspartner zum einen die
eigene Meinung vor Augen geführt und er kann
nochmals darüber nachdenken. Wenn er zum
Beispie eine unzutreffende Behauptung aufgestellt
hat, kann er diese mit der reflektierenden
Frage ohne Gesichtsverlust korrigieren. Widerspreche
ich direkt, kann es passieren, dass er die
Behauptung nur aufrecht erhält, um das Gesicht
zu wahren. Zum anderen kann ich die reflektierende
Frage einsetzen, um sicherzustellen, ob ich
meinen Verhandlungspartner richtig verstanden
habe. Missverständnisse können so vermieden
werden. Beispiel: Mit anderen Worten ausgedrückt,
meinen Sie, dass ...? Sie sind der Meinung,
dass ...? Wenn ich Sie richtig verstanden
habe, meinen Sie, dass ...?
7. Richtungsweisende Fragen:
Mit einer richtungsweisenden Frage können
die Punkte hervorgehoben werden, die eine
gemeinsame Basis ermöglichen. Es wird erreicht,
dass der Verhandlungspartner selbst nachdenkt,
um eigene Nutzen und Vorteile zu erkennen.
Sie greifen dabei in die Zukunft. Ziel: Mit
richtungsweisenden Fragen möchte Sie Gemeinsamkeiten
und Vorteile hervorheben. Beispiel: Stellen
sich sich vor, Sie könnten ...?
8. Abschlussfragen oder Fiebermessfragen
(nur für die Verkaufsverhandlung):
Mit der Abschlussfrage warte ich nicht bis
zum Ende. sehen Sie den Verkaufsprozess als
Fußballspiel. Dieses wird nicht am Ende gewonnen,
sondern durch die, während des Spiels geschossenen
Tore. Somit sollte ich im Gespräch immer
wieder klären, wie weit mein Verhandlungspartner
bereit für einen Abschluss ist. Jedes „ja“
kann hierbei als Tor gewertet werden. Bei
jedem „nein“ weiß ich, dass es noch weiterer
Informationen und Fragen benötigt. Beispiel:
Was muss ich Ihnen bieten, damit Sie abschließen?
Was würden Ihre Kunden sagen, wenn Sie als
erstes dieses ... einsetzen?
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Angela Schütte M.A.


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Kreativitätstechniken bringen Struktur in
die Karriere
Um nach dem Studium den Traumjob zu ergattern,
muss man viel Überzeugungsarbeit leisten.
Das gilt besonders dann, wenn viele Absolventen
auf den Arbeitsmarkt drängen und im Gegenzug
die angebotenen interessanten Stellen rar
gesät sind. Um erfolgreich zu überzeugen,
bedarf es guter Argumente und einer guten
Präsentation. In diesem Artikel möchte ich
mich dem ersten Teil widmen.
Entwicklung der Marketingstrategie - ein
Beispiel
Die Firma "Crema" hat ein neues
Produkt entwickelt. Ein Schokoriegel: rechteckig,
handlich, zart-cremig mit einer Nuss- Nougat-Füllung.
Eigentlich reißt das keinen mehr vom Hocker,
da in den Supermärkten schon mindestens 30
Schokoriegel anderer Firmen in den Regalen,
vorzugsweise an der Kasse, liegen. Doch dieses
Produkt soll mehr versprechen. Um die richtigen
Argumente für die überzeugende Werbekampagne
zu finden, lädt die Marketingabteilung zum
Brainstorming Mitglieder der eigenen Abteilung,
aber auch Mitglieder aus der Produktion und
der Entwicklung ein.
Wie könnte dieses Meeting ablaufen? Zum Beispiel
bittet der Marketingleiter die Teilnehmer
nach kurzer Begrüßung 20 Minuten Argumente
zusammenzutragen, wie der Kunde dazu gebracht
wird, diesen Schoko-riegel zu kaufen. Der
Marketingleiter in unserem Beispiel ist aber
einfallsreicher. Er bittet das Team sich
zu überlegen wie sie es schaffen könnten,
Außerirdische davon zu überzeugen, Bananen
zu essen. Warum? Entfernt man sich vom eigentlichen
Produkt werden wertfrei die absurdesten Ideen
gesammelt. Zum Beispiel: Aufklärung, Zeichensprache,
Comic gestalten, immer präsent sein, Bananen
essen zum Erlebnis machen, Bananenduft, Freude
und Lachen beim Essen von Bananen demonstrieren,
Zubereitungsvariationen aus Bananen, Anleitung,
Gutschein, Vertrauen.....
Durch die Wahl des irrealen Zustandes konnten
zunächst unvoreingenommene Ideen gesammelt
werden. Es könnte nun noch mit einer anderen
Kreativitätstechnik versucht werden, Argumente
zu finden. Diesmal wird mit der Flip-Flop-Technik
nach Negativargumenten zu dem Schokoriegel
bzw. zur Produktpalette "Crema"
an sich geforscht. Wieder erhält das Team
20 Minuten Zeit.
Aus den Resultaten in beiden gewonnenen Techniken
könnten nun erste Schritte einer Marketingstrategie
unter Heranziehung eines Profiteams entwickelt
werden.
Was hat das Ganze nun mit der Jobsuche zu
tun??
Eine ganze Menge, das kann ich Ihnen versichern.
Transferieren wir das Beispiel: Der Schokoriegel
sind Sie und der Käufer ist das Unternehmen.
Es hat die Wahl unter vielen Schokoriegeln
gleicher Qualität. Aber halt: Ist die Qualität
wirklich gleich? Sucht das Unternehmen Absolventen
des Maschinenbau, Schwerpunkt Fahrzeugtechnik,
kann es theoretisch unter ca. 3.000 Absolventen
wählen. Auf die Stellenausschreibung melden
sich nun 300 Absolventen. Benötigt werden
drei. Sie wollen gerne zu diesen drei gehören.
Wie schaffen Sie das? Einfacher als gedacht.
Fangen wir mit der Arbeit an.
Analyse Ihrer Person
Fachliche Stärken
Um sich über Ihre fachlichen Stärken klar
zu werden, bieten sich die Kreativitätstechniken
des Brainstorming und die Flip-Flop-Technik
gut an. Sie sollten die Techniken für sich
selbst, zusammen mit Kommilitonen und möglichst
auch mit dem Professor oder Assistenten anwenden.
Sicher wird es kaum möglich sein ein Professorenteam
zum Brainstorming einzuladen, aber es genügt
auch schon, einzelnen Professoren oder Kommilitonen
die Frage zu stellen "Wo sehen Sie meine
Stärken und wo meine Schwächen". Mit
einbezogen werden kann hier auch Ihr Mentor
aus einem Praktikum. Es ist sehr wichtig
nicht nur seine eigenen Gedanken aufzulisten,
sondern auch die Meinung anderer zu hören,
um so ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen.
Persönliche Stärken
Um sich über Stärken und Schwächen Ihrer
Person klar zu werden, gehen Sie ähnlich
vor. Nur dass die Auswahl des Teams, das
Sie befragen, anders strukturiert ist. Hierfür
eignen sich Freunde und Familienmitglieder.
Aus den aus beiden Feldern gewonnen Informationen
können Sie sich nun eine detaillierte Stärken-Schwächen-Analyse
erstellen. Diese Analyse hilft Ihnen, sich
gegenüber Ihren Kommilitonen hervorzuheben,
indem Sie dem Unternehmen besser Ihre fachlichen
und persönlichen Stärken darlegen können
und Sie haben die Möglichkeit sich Gedanken
darüber zu machen, wie eventuelle Schwächen
ausgeglichen werden können bzw. vielleicht
doch auch zu Stärken werden. Hierfür könnte
natürlich auch wieder ein Brainstorming angesetzt
werden.
Beispiel: Fremdsprachen waren noch nie Ihre Stärke.
Das rächt sich nun, da in der Stellenausschreibung
nicht nur eine, sondern gleich zwei Fremdsprachen
gefordert werden. Wie kann diese Schwäche
zur Stärke werden? Nehmen Sie Ihre Stärkenanalyse
zur Hand und versuchen Sie daraus eine Möglichkeit
der Umwandlung zu finden.
Zu Ihren Stärken zählt, dass Sie sich in
Studium und Praktikum schnell und flexibel
in neue Aufgabengebiete eingearbeitet haben
und mit Motivation und Fleiß gute Ergebnisse
erzielen konnten. Die fehlenden aktuellen
Sprachkenntnisse werden also mit Motivation
"Ich kann mir diese Kenntnisse aneignen"
aufgefangen. Da Englisch obligatorisch ist,
werden Sie trotz Unistress und Bewerbungsphase
aktiv, investieren zwei Stunden pro Woche
und belegen einen Konversationskurs. Damit
können Sie Ihre Motivation aktiv untermauern.
Haben nun 100 der Bewerber auf die oben genannte
Stellenausschreibung zwar bessere Kenntnisse
als Sie, schlagen Sie mit Ihrer Maßnahme
immerhin alle, die wenig Sprachkenntnisse
haben, aber nichts dagegen tun.
Die Analyse Ihrer Stärken und Schwächen ist
eine sehr wichtige Basis für den gesamten
Bewerbungsprozess. Aber mindestens ebenso
wichtig ist, dass Sie sich darüber klar werden,
wie Ihr Karriereweg eigentlich aussehen soll.
Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen? Was
sollen diese ersten fünf Jahre Beruf auf
alle Fälle beinhalten (Auslandsaufenthalt
etc.)? Die Frage nach Groß- oder Kleinunternehmen,
welche Branche, Standort etc. sind wichtige
Faktoren, um effektiv interessante Stellenausschreibungen
herauszufiltern. Natürlich können Sie hier
die vorgenannten Kreativitätstechniken auch
bei dieser Auswahl heranziehen. Um Ihnen
aber weitere Möglichkeiten zu demonstrieren,
wähle ich hierfür die Diskussion nach "de
Bono". Eine Technik, die Sie in vielen
Situationen im Berufsleben gut anwenden können.
Ziel ist es, gemeinsam in unterschiedlichen
Richtungen zu diskutieren. Hierzu bedient
sich de Bono sogenannter Denkhüte in verschiedenen
Farben. Grün steht für die Idee und Vorschläge,
gelb für die Diskussion aller positiven Aspekte
hierzu, schwarz für alle negativen Aspekte,
weiß erscheint immer dann, wenn zusätzliche
Informationen zu einem Punkt benötigt werden.
Die Diskussion kann somit auch so lange unterbrochen
werden, bis alle nötigen Informationen zum
Thema vorliegen. Rot steht für das Gefühl,
die Intuition und blau für den Überblick
und die Entscheidung.
In punkto Karriere kann diese Möglichkeit
gut angewendet werden, wenn gemeinsam mit
dem Partner oder der Partnerin darüber entschieden
werden soll, ob nur eine Stelle in der Region
in Frage kommt oder ob Sie auch überregional
suchen können. Dadurch dass, dem Hut entsprechend,
unabhängig vom persönlichen Standpunkt die
positiven oder negativen Aspekte diskutiert
werden, können neutrale Argumente gesammelt
werden, die dann später eine Entscheidung
erleichtern. In vielen Unternehmen wird diese
Technik mit großem Erfolg angewendet, da
Persönlichkeit und Denkleistung getrennt
werden. Man wird gezwungen, auch Argumente
gegen seinen eigenen Standpunkt zu sammeln.
Damit wächst das Verständnis für die Gegenposition
bzw. ein Überdenken des eigenen Standpunktes
wird gefördert.
Sind Sie sich darüber im Klaren, wie Ihre
zukünftige Karriere strukturiert sein sollte,
wird es wesentlich leichter sein, geeignete
Stellenausschreibungen herauszusuchen bzw.
Firmen, die für eine Initiativbewerbung in
Frage kommen zu bewerten. Die Frage "Warum
möchte ich dort arbeiten" lässt sich
wesentlich leichter beantworten.
Strukturelle Bearbeitung des Bewerbungsablaufes
Wichtig ist jetzt ein Zeit- und Aktionsplan
für den gesamten Bewerbungsprozess. Um hier
eine gute Struktur zu entwickeln, kann man
sich einer Mind Map bedienen. Hierzu gibt
es Softwarelösungen, um sich seine Mind Map
auf dem Rechner zu erstellen. Man kann aber
auch auf einem möglichst großen Papier (mind.
DIN A3) eine gut strukturierte Mind Map erstellen.
Im Zentrum der Mind Map steht das zentrale
Thema "Job finden". Von diesem
Zentrum gehen Hauptäste zu den Schlüsselwörtern
z.B. Informationen sammeln, Stärken-Schwächen-Analyse,
Karrierewunsch, Anzeigenanalyse, schriftliche
Bewerbung, Vorstellungsgespräch. Von diesen
Schlüsselwörtern entwickelt man weitere Astgruppen,
die sich eventuell weiter aufschlüsseln können.
Wichtig: legen Sie Ihre Mind Map immer so
an, das Sie waagerecht schreiben, nicht sternförmig,
damit Sie die maximale Übersicht erhalten.
Entwicklung von Frageansätzen für das Gespräch
mit Unternehmen
Eine Kreativitätstechnik möchte ich Ihnen
noch vorstellen. Mit der sogenannten 365-Technik
können Sie einen Fragenkatalog an Firmen
entwickeln. Diese Technik lässt sich aber
nur im Team entwickeln. Könnte also eine
spannende Möglichkeit vor dem gemeinsamen
Besuch einer Jobmesse mit Kommilitonen sein.
Auf einem Blatt Papier haben Sie waagerecht
drei Kästchen und senkrecht sechs.
Thema: Was kann ich alles auf der Jobmesse
erfragen? Jeder schreibt drei Möglichkeiten
in die ersten drei waagerechten Felder und
gibt den Zettel seinem Nachbarn. Der kann
drei neue Fragen notieren oder die zuvor
genannte Idee weiterentwickeln. Für Ideen
in den jeweils drei Kästchen hat man fünf
Minuten. Danach muss der Zettel weitergereicht
werden. Wenn der Zettel voll ist, werden
alle Zettel aufgehängt und die einzelnen
Ideen können mit 1-3 Punkten bewertet werden.
Man könnte dann wichtige Fragegruppen z.B.
nach de Bono diskutieren. Hierbei können
spannende Frageansätze entstehen, die jeder
Einzelne dann auf seine persönliche Situation
transferieren kann.
Vielleicht mag es Ihnen
sehr ungewöhnlich
erscheinen, Kreativitätstechniken
zur Jobsuche
zu verwenden. Aber sie
stellen auch nur eine
Möglichkeit dar. Und nachdem
viele Wege nach
Rom und somit auch viele
Wege zum ersten
Job führen, sollten Sie
immer versuchen,
nicht nur eine Möglichkeit
in Betracht zu
ziehen.
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Angela Schütte M.A.


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Karriere in der Wissenschaft:
Mit dem Master zur Promotion
und dann?
Studenten sind heutzutage schon früh dazu
aufgerufen die Weichen für ihre Karriere
zu setzen. Bereits mit dem Abschluss des
Bachelors kann der Weg in die Wirtschaft
erfolgen, doch sind die Karriereziele ohne
zielorientierte Weiterbildung schnell begrenzt.
Nicht umsonst setzen die meisten Bachelorabsolventen
gleich den Master obendrauf. Mit dem erfolgreichen
Abschluss des Masters stellt sich nun wiederum
die Frage in die Wirtschaft zu gehen oder
eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen
und zu promovieren. In dem folgenden Artikel
erhalten Sie Tipps und Denkanstöße zur Planung,
Themenfindung, Bewerbung und Finanzierung
der Promotion sowie zum weiteren Verlauf
der Karriere in der Wirtschaft und der wissenschaftlichen
Karriere bis zur Professur.
Mit der Promotion in die
Wirtschaft
Die Promotion kann in einigen Bereichen für
eine Karriere in der Wirtschaft relevant
sein. Zum Beispiel ist sie in der angewandten
Forschung oft Voraussetzung. Deshalb promovieren
Absolventen aus den Naturwissenschaften,
aber auch vielen anderen Studiengängen mit
dem Ziel einer Karriere in der Wirtschaft.
Planen Sie eine Karriere in der Wirtschaft,
sollte sich dies aber in der Themenauswahl
und in der Art und Weise der Durchführung
Ihrer Doktorarbeit wiederspiegeln. Praxisbezug
ist gefragt. Das bezieht sich nicht nur auf
das Thema der Arbeit, sondern auch auf die
Tätigkeit zur Finanzierung und das Netzwerk,
dass während der Promotionsphase gebildet
werden sollte. Kontakte zu zukünftigen Arbeitgebern
können gar nicht früh genug geknüpft und
gepflegt werden. Diese Aspekte sollten bei
der Wahl des Doktorvaters bzw. des Promotionsprogramms
berücksichtigt werden.
Promotionsstudiengang,
-programm oder traditionelle
Promotion?
In Deutschland hat sich der Ph.D. noch nicht
durchgesetzt, denn die traditionelle Promotion
„Made in Germany“ genießt innerhalb Deutschlands
ein hohes Ansehen. Abgesehen davon sind beide
Abschlüsse als gleichwertig zu betrachten
und bei einer geplanten internationalen Karriere
dürfte der Ph.D. sogar von Vorteil sein,
da seine Anerkennung im internationalen Umfeld
gegeben ist.
Wie Sie promovieren sollten Sie jedoch hauptsächlich
von Ihrer ganz persönlichen Arbeitsweise
abhängig machen.
Promotionsstudiengang und
-programm
Ein Promotionsprogramm oder –studiengang
bietet klare Strukturen, einen Zeitrahmen
und damit auch einen gewissen Zwang sich
mit dem Thema zu beschäftigen. Netzwerke
können durch die Rahmenveranstaltungen und
den strukturierten Kontakt zuanderen Promovenden
gut gebildet und gefestigt werden. Sicherlich
ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Ein
Promotionsprogramm bzw. universitärer Promotionsstudiengang
dauert in der Regel drei Jahre. Wobei der
Promotionsstudiengang einen verpflichtenden
Curriculum beinhaltet. Neben der Promotionsarbeit,
die natürlich entsprechend betreut wird,
erfolgt hier eine Vergabe von Credit Points
für besuchte Veranstaltungen. Erfolgreich
abgeschlossen ist das Programm also in der
Kombination von einer vorgegeben Anzahl an
Credit Points und der erfolgreich verfassten
Promotionsarbeit.
Promotionsprogramme hingegen haben keinen
so strikten Seminarplan. Es besteht bei einigen
Programmen durchaus die Möglichkeit diese
berufsbegleitend zu absolvieren, da die Präsenzphasen
im Block angeboten werden. Dies erleichtert
auch die Finanzierung. Bei Promotionsprogrammen
ist die Praxis oft mit inbegriffen, da diese
gerne an Forschungsprojekte gebunden werden.
Somit ist die Finanzierung erleichtert. Bei
einem Promotionsstudiengang muss dagegen
selbst für die Finanzierung gesorgt werden.
Gewünscht ist bei Promotionsprogrammen ein
Abschluss in drei Jahren, jedoch kann das
Programm auf bis zu fünf Jahre ausgedehnt
werden.
Traditionelle Promotion
Trotz dieser Vorteile promovieren über 90
% in Deutschland nach dem traditionellen
Modell. Es verlangt vom Doktoranden eine
gehörige Portion Eigenmotivation, Durchhaltevermögen
und Selbstständigkeit. Die Doktoranden der
traditionellen Promotion gelten als Einzelkämpfer.
Eine Eigenschaft, die einem durchaus liegen
muss.
In der traditionellen Promotion promoviert
der Doktorand individuell an einer Fakultät
zu einem selbst gewählten Thema. Ziel ist
die Erstellung und Veröffentlichung der Dissertation.
Die Finanzierung erfolgt nicht selten über
eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter
der Fakultät. Betreut wird der Doktorand
vom Doktorvater, einem Professor der Fakultät.
Thema finden
Motivation, Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen
wird schon bei der Suche nach dem Doktorvater
auf die Probe gestellt. Zuerst sollte jedoch
ein geeignetes Thema gefunden werden. Dies
kann zwei bis drei Monate Zeit in Anspruch
nehmen. Immerhin muss ein neues relevantes
Forschungsthema generiert werden, welches
einen Doktorvater überzeugt und besonders
auch einen selbst bis über beide Ohren fasziniert.
Auf der Webseite des Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) – www.forschungsportal.net finden sich Dissertationsthemen aus dem Bestand
der Deutschen Bibliothek.
Doktorvater finden
Gehen Sie eigenständig auf die Suche nach
einem Doktorvater und begeben Sie sich nicht
in die Hände eines Promotionsberaters. Verlassen
Sie sich auf Ihre eigene Motivation und Einschätzung.
Hier ein paar Anhaltspunkte für die Suche.
Der Doktorvater nimmt eine entscheidende
Rolle für das Gelingen der Arbeit ein. Er
ist Experte, Mentor und nicht selten auch
Vorgesetzter. Die Chemie im Miteinander muss
stimmen. Darüber hinaus sollte der Doktorvater
in spe ein Experte auf dem Gebiet des gewählten
Themenfeldes sein. Ein Check der veröffentlichten
Publikationen kann hier Auskunft geben. Die
Betreuungsqualität kann zum Beispiel im Gespräch
mit ehemaligen Doktoranden geprüft werden
oder im Hinterfragen wie strukturiert die
Betreuung erfolgen wird (Doktorandenkolloquien
etc.).
Um mögliche Professoren und Fakultäten zu
finden, kann das Netzwerk der eigenen Hochschule
von Bedeutung sein. Recherche und die Einbindung
von Kontakten ist insgesamt sehr wichtig.
Hilfreich kann auch die Webseite des Hochschulkompass
sein www.hochschul-kompass.de . Vor der Bewerbung sollte genau geprüft
werden, welche Voraussetzungen erfüllt sein
müssen. Dies wird von Hochschulen und Fakultäten
ganz unterschiedlich gehandhabt. Auch wenn
die Suche aufwendig ist, lohnt sich die Recherche,
um die Voraussetzungen und die Betreuung
zu finden, die die eigene Forschungsarbeit
beflügeln und nicht behindern.
Natürlich wählen Sie auch beim Promotionsstudiengang
bzw. –programm das Thema selbst. Bei der
Wahl der Universität bzw. der Graduiertenschule
muss berücksichtigt werden, dass sich das
Thema in die Forschungslandschaft des Instituts
einfügt. Es gibt Ausschreibungen für Themengebiete,
in denen die Institute forschen möchten.
Wichtig ist auch, dass die zur Verfügung
stehenden Betreuer fachlich weiter helfen
können. Somit sollten ähnlich wie bei der
Suche nach dem Doktorvater Veröffentlichungen
recherchiert und die Betreuung hinterfragt
werden.
Erfolgreich bewerben bei
Promotionsstudiengang,
-programm und Doktorvater
„Wie ich in den Wald hinein schreie, so hallt
es wieder heraus.“ - Knigge ist gefragt bei
der Ansprache und Bewerbung. Wichtig ist
eine individuell gestaltete Anfrage an den
Wunschprofessor bzw. Institution. Standardisierte
E-Mails haben wenig Chance. Ein großes Augenmerk
sollte auf das Anschreiben gelegt werden.
Hier steht die Motivation und Faszination
für das eigene Thema im Vordergrund und natürlich
sollte das eigene Fachwissen fundiert dargestellt
werden. Ein Anschreiben für einen Hochschullehrer
oder ein Promotionsprogramm und -studiengang
darf, im Gegensatz zu einem Anschreiben an
ein Unternehmen, gerne bis zu zwei Seiten
umfassen. Somit bietet sich genügend Raum
Motivation, Thema und Kompetenz zu beleuchten.
Ein Lebenslauf als weiterer Bestandteil der
Bewerbung ist immer tabellarisch und umfasst
um die zwei Seiten. Schwerpunkt ist hier
natürlich der akademische Hintergrund. Relevante
Projekte oder Seminare aus dem Studium sollten
erwähnt werden. Ein Bild ist nicht verpflichtend,
wird aber in Deutschland immer noch gerne
gesehen. In die Anlagen gehören natürlich
die Hochschulzeugnisse und wenn vorhanden,
macht sich ein Referenzschreiben eines früheren
Professors immer gut.
Bei Initiativanfragen sollten die Bewerbungsunterlagen
nicht einfach verschickt werden. Einer vorgeschalteten
telefonischen Anfrage ist immer Vorzug zu
geben. Gehen Sie so individuell wie möglich
vor und bereiten Sie jedes Gespräch durch
eine gute Recherche zur Fakultät und dem
Professor vor. Nur mit fundierten Informationen
und einer guten Darstellung Ihres Themas
und Ihrer Person können Sie Interesse wecken
und überzeugen.
Finanzierung der Promotion
Bei der traditionellen
Promotion und bei
einigen Promotionsstudiengängen
sind Sie
in der Regel selbst für
die Finanzierung
verantwortlich. Eine gute
Möglichkeit bietet
sich in einer Stelle als
wissenschaftlicher
Mitarbeiter an der Fakultät.
Leider sind
diese Stellen häufig zeitlich
befristet.
Es ist also sicherzustellen,
dass die Promotion
in diesem Zeitraum abgeschlossen
werden kann
oder Alternativen zu Verfügung
stehen. Informationen
zur Bezahlung (TV-L) kann
über http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/ abgefragt werden.
Nicht immer werden Vollzeitstellen angeboten
und somit ist eine weitere Geldquelle zu
finden. Hier könnten Stipendien weiterhelfen,
wie zum Beispiel die Studienstiftung des
Deutschen Volkes. Dieses unterstützt Doktoranden
über drei Jahre mit etwa 1.000 Euro im Monat.
Deutschland verfügt über eine vielfältige
Stiftungslandschaft. Jedoch knüpfen die Stiftungen
eine Vergabe an Kriterien wie gewisse Altersgrenzen
oder bei kirchlichen Stiftungen die Religionszugehörigkeit.
Auch ist die finanzielle Unterstützung immer
zeitlich begrenzt.
Einfacher gestaltet sich die Finanzierung
bei den strukturierten Promotionsprogrammen
an Graduiertenschulen oder einigen Promotionsstudiengängen.
Hier bewirbt man sich dann nicht nur für
das Programm, sondern zeitgleich für die
finanzielle Förderung. Bei einer Zusage ist
die Finanzierung gesichert. Man wird dann
entweder über ein Stipendium gefördert oder
kann eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter
antreten. Diese Förderung ist jedoch an die
Regelzeit des Programms von meist drei Jahren
gebunden. Absolventen aus dem Ausland, die
in Deutschland promovieren wollen und eine
finanzielle Unterstützung benötigen, wenden
sich für eine Förderung am besten an den
DAAD.
Promotion geschafft – Wie
geht es jetzt weiter?
Wer sich nach seiner Promotion in die Wirtschaft
orientiert, greift am besten auf sein in
der Zeit der Promotion gut gefülltes und
gepflegtes Netzwerk und natürlich die vielen
Stellenbörsen, Jobmessen etc. zurück. Auch
bei guter Arbeitsmarktlage sollte die Jobsuche
bis zu einem halbem Jahr vorher in Angriff
genommen werden. Gerade in natur- und ingenieurwissenschaftlichen
Bereichen sollte ein nahtloser Übergang angestrebt
werden. Wissen veraltet in unserer heutigen
Gesellschaft schnell. Wenn die Jobsuche nach
der Promotion länger hinzieht, ist es immens
wichtig das Fachwissen aktuell zu halten.
Karriere in der Wissenschaft
Der klassische Karriereweg nach der Promotion
führt in die Wissenschaft und mündet in eine
Professur. Eine Karriere in der Forschung
mag steinig sein, bedeutet aber auch eine
Karriere, die durch die Freiheit der Forschung
immer wieder spannende Aspekte bereithält.
Wer eine Karriere in der Forschung anstrebt,
muss Durchhaltevermögen haben, darf nicht
vor Niederlagen zurückschrecken und sollte
beständig seinen Weg verfolgen. Eine unverwüstliche
Begeisterung für das eigene Fachgebiet ist
unbedingt erforderlich. Das Ziel, die Professur,
will hart erarbeitet sein. Meist erst mit
über 40 Jahren ist die Habilitation erreicht
und eine Professur möglich.
Der Weg dorthin führt durch eine Lanmdschaft
meist zeitlich befristeter Postdoc Stellen
an unterschiedlichen Orten. Somit ist eine
Karriere- und Lebensplanung kaum möglich.
Darüber hinaus gestaltet sich die Stellensuche
innerhalb Deutschlands problematisch, da
es hier besonders wenige attraktive Stellen
unterhalb der Professur gibt.
Die Habilitation gilt immer
noch als der
übliche Weg zur Professur.
Eine Habilitationsschrift
oder vergleichbare Leistungen,
die sich in
Veröffentlichungen manifestieren,
können
je nach Habilitationsordnung
und Fachbereich
zum erfolgreichen Abschluss
führen. Wer es
geschafft hat, darf an
deutschen Hochschulen
selbstständig lehren und
forschen.
Ein weiterer Weg führt über die Juniorprofessur.
Hier erfolgt eine Anstellung zunächst auf
drei Jahre und mündet in eine Zwischenevaluation.
Wird diese erfolgreich absolviert, wird das
Arbeitsverhältnis um drei Jahre verlängert.
Danach wird eine weitere Evaluation durchgeführt.
Es besteht dann die Möglichkeit einer Dauerprofessur
(Tenure Track), wenn alle Voraussetzungen
erfüllt sind.
Eine Förderung der Forschung und Lehre z.B.
durch das Emmy Noether-Programm ist ein alternativer
Weg, der in die wissenschaftliche Selbstständigkeit
führen kann. Für die fünfjährige Förderung
kann man sich nach der erfolgreichen Promotion
sowie absolvierter Auslandserfahrung und
zwei Jahre Berufserfahrung bewerben. Ziel
ist die Befähigung zum Hochschullehrer (Infos
unter www.dfg.de, Stichworte Forschungsförderung und Emmy
Noether-Programm).
Der letzte Schritt – Die
Berufung
Fachwissen allein genügt nicht, um eine der
begehrten Stellen zu bekommen. Beziehungen
und das schon mehrfach erwähnte Netzwerk
spielen eine große Rolle. In den Jahren als
Nachwuchswissenschaftler kann ein Mentor,
aber auch der gelungene Auftritt auf der
wissenschaftlichen Bühne bei Tagungen und
Kongressen wichtige Bausteine sein. Um voranzukommen
bedarf es, wie schon angemerkt, Ausdauer,
Geduld, aber auch Mut und feste Überzeugung
in dem eigenen Weg.
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Angela Schütte M.A.
Links und Informationen
auf einen Blick:
Weiterführende Links, allgemeine Informationen,
Gesetzestexte: www.bmbf.de
Dissertationsthemen und Informationen rund
um die Promotion: www.forschungsportal.net
Informationen zu Promotionsprogrammen etc.:
www.hochschul-kompass.de
Wiki-Portal für Promotion, Habilitation etc.,
Infos und Möglichkeiten zum Austausch:
www.hochschulkarriere.de
Forschungsförderung in der Promotion und
danach: www.dfg.de, www.daad.de
Tarifgehälter im öffentlichen Dienst: http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/
Webportal von Die Zeit: www.academics.de


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