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Kreativitätstechniken bringen Struktur in
die Karriere
Um nach dem Studium den Traumjob zu ergattern,
muss man viel Überzeugungsarbeit leisten.
Das gilt besonders dann, wenn viele Absolventen
auf den Arbeitsmarkt drängen und im Gegenzug
die angebotenen interessanten Stellen rar
gesät sind. Um erfolgreich zu überzeugen,
bedarf es guter Argumente und einer guten
Präsentation. In diesem Artikel möchte ich
mich dem ersten Teil widmen.
Entwicklung der Marketingstrategie - ein
Beispiel
Die Firma "Crema" hat ein neues
Produkt entwickelt. Ein Schokoriegel: rechteckig,
handlich, zart-cremig mit einer Nuss- Nougat-Füllung.
Eigentlich reißt das keinen mehr vom Hocker,
da in den Supermärkten schon mindestens 30
Schokoriegel anderer Firmen in den Regalen,
vorzugsweise an der Kasse, liegen. Doch dieses
Produkt soll mehr versprechen. Um die richtigen
Argumente für die überzeugende Werbekampagne
zu finden, lädt die Marketingabteilung zum
Brainstorming Mitglieder der eigenen Abteilung,
aber auch Mitglieder aus der Produktion und
der Entwicklung ein.
Wie könnte dieses Meeting ablaufen? Zum Beispiel
bittet der Marketingleiter die Teilnehmer
nach kurzer Begrüßung 20 Minuten Argumente
zusammenzutragen, wie der Kunde dazu gebracht
wird, diesen Schoko-riegel zu kaufen. Der
Marketingleiter in unserem Beispiel ist aber
einfallsreicher. Er bittet das Team sich
zu überlegen wie sie es schaffen könnten,
Außerirdische davon zu überzeugen, Bananen
zu essen. Warum? Entfernt man sich vom eigentlichen
Produkt werden wertfrei die absurdesten Ideen
gesammelt. Zum Beispiel: Aufklärung, Zeichensprache,
Comic gestalten, immer präsent sein, Bananen
essen zum Erlebnis machen, Bananenduft, Freude
und Lachen beim Essen von Bananen demonstrieren,
Zubereitungsvariationen aus Bananen, Anleitung,
Gutschein, Vertrauen.....
Durch die Wahl des irrealen Zustandes konnten
zunächst unvoreingenommene Ideen gesammelt
werden. Es könnte nun noch mit einer anderen
Kreativitätstechnik versucht werden, Argumente
zu finden. Diesmal wird mit der Flip-Flop-Technik
nach Negativargumenten zu dem Schokoriegel
bzw. zur Produktpalette "Crema"
an sich geforscht. Wieder erhält das Team
20 Minuten Zeit.
Aus den Resultaten in beiden gewonnenen Techniken
könnten nun erste Schritte einer Marketingstrategie
unter Heranziehung eines Profiteams entwickelt
werden.
Was hat das Ganze nun mit der Jobsuche zu
tun??
Eine ganze Menge, das kann ich Ihnen versichern.
Transferieren wir das Beispiel: Der Schokoriegel
sind Sie und der Käufer ist das Unternehmen.
Es hat die Wahl unter vielen Schokoriegeln
gleicher Qualität. Aber halt: Ist die Qualität
wirklich gleich? Sucht das Unternehmen Absolventen
des Maschinenbau, Schwerpunkt Fahrzeugtechnik,
kann es theoretisch unter ca. 3.000 Absolventen
wählen. Auf die Stellenausschreibung melden
sich nun 300 Absolventen. Benötigt werden
drei. Sie wollen gerne zu diesen drei gehören.
Wie schaffen Sie das? Einfacher als gedacht.
Fangen wir mit der Arbeit an.
Analyse Ihrer Person
Fachliche Stärken
Um sich über Ihre fachlichen Stärken klar
zu werden, bieten sich die Kreativitätstechniken
des Brainstorming und die Flip-Flop-Technik
gut an. Sie sollten die Techniken für sich
selbst, zusammen mit Kommilitonen und möglichst
auch mit dem Professor oder Assistenten anwenden.
Sicher wird es kaum möglich sein ein Professorenteam
zum Brainstorming einzuladen, aber es genügt
auch schon, einzelnen Professoren oder Kommilitonen
die Frage zu stellen "Wo sehen Sie meine
Stärken und wo meine Schwächen". Mit
einbezogen werden kann hier auch Ihr Mentor
aus einem Praktikum. Es ist sehr wichtig
nicht nur seine eigenen Gedanken aufzulisten,
sondern auch die Meinung anderer zu hören,
um so ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen.
Persönliche Stärken
Um sich über Stärken und Schwächen Ihrer
Person klar zu werden, gehen Sie ähnlich
vor. Nur dass die Auswahl des Teams, das
Sie befragen, anders strukturiert ist. Hierfür
eignen sich Freunde und Familienmitglieder.
Aus den aus beiden Feldern gewonnen Informationen
können Sie sich nun eine detaillierte Stärken-Schwächen-Analyse
erstellen. Diese Analyse hilft Ihnen, sich
gegenüber Ihren Kommilitonen hervorzuheben,
indem Sie dem Unternehmen besser Ihre fachlichen
und persönlichen Stärken darlegen können
und Sie haben die Möglichkeit sich Gedanken
darüber zu machen, wie eventuelle Schwächen
ausgeglichen werden können bzw. vielleicht
doch auch zu Stärken werden. Hierfür könnte
natürlich auch wieder ein Brainstorming angesetzt
werden.
Beispiel: Fremdsprachen waren noch nie Ihre Stärke.
Das rächt sich nun, da in der Stellenausschreibung
nicht nur eine, sondern gleich zwei Fremdsprachen
gefordert werden. Wie kann diese Schwäche
zur Stärke werden? Nehmen Sie Ihre Stärkenanalyse
zur Hand und versuchen Sie daraus eine Möglichkeit
der Umwandlung zu finden.
Zu Ihren Stärken zählt, dass Sie sich in
Studium und Praktikum schnell und flexibel
in neue Aufgabengebiete eingearbeitet haben
und mit Motivation und Fleiß gute Ergebnisse
erzielen konnten. Die fehlenden aktuellen
Sprachkenntnisse werden also mit Motivation
"Ich kann mir diese Kenntnisse aneignen"
aufgefangen. Da Englisch obligatorisch ist,
werden Sie trotz Unistress und Bewerbungsphase
aktiv, investieren zwei Stunden pro Woche
und belegen einen Konversationskurs. Damit
können Sie Ihre Motivation aktiv untermauern.
Haben nun 100 der Bewerber auf die oben genannte
Stellenausschreibung zwar bessere Kenntnisse
als Sie, schlagen Sie mit Ihrer Maßnahme
immerhin alle, die wenig Sprachkenntnisse
haben, aber nichts dagegen tun.
Die Analyse Ihrer Stärken und Schwächen ist
eine sehr wichtige Basis für den gesamten
Bewerbungsprozess. Aber mindestens ebenso
wichtig ist, dass Sie sich darüber klar werden,
wie Ihr Karriereweg eigentlich aussehen soll.
Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen? Was
sollen diese ersten fünf Jahre Beruf auf
alle Fälle beinhalten (Auslandsaufenthalt
etc.)? Die Frage nach Groß- oder Kleinunternehmen,
welche Branche, Standort etc. sind wichtige
Faktoren, um effektiv interessante Stellenausschreibungen
herauszufiltern. Natürlich können Sie hier
die vorgenannten Kreativitätstechniken auch
bei dieser Auswahl heranziehen. Um Ihnen
aber weitere Möglichkeiten zu demonstrieren,
wähle ich hierfür die Diskussion nach "de
Bono". Eine Technik, die Sie in vielen
Situationen im Berufsleben gut anwenden können.
Ziel ist es, gemeinsam in unterschiedlichen
Richtungen zu diskutieren. Hierzu bedient
sich de Bono sogenannter Denkhüte in verschiedenen
Farben. Grün steht für die Idee und Vorschläge,
gelb für die Diskussion aller positiven Aspekte
hierzu, schwarz für alle negativen Aspekte,
weiß erscheint immer dann, wenn zusätzliche
Informationen zu einem Punkt benötigt werden.
Die Diskussion kann somit auch so lange unterbrochen
werden, bis alle nötigen Informationen zum
Thema vorliegen. Rot steht für das Gefühl,
die Intuition und blau für den Überblick
und die Entscheidung.
In punkto Karriere kann diese Möglichkeit
gut angewendet werden, wenn gemeinsam mit
dem Partner oder der Partnerin darüber entschieden
werden soll, ob nur eine Stelle in der Region
in Frage kommt oder ob Sie auch überregional
suchen können. Dadurch dass, dem Hut entsprechend,
unabhängig vom persönlichen Standpunkt die
positiven oder negativen Aspekte diskutiert
werden, können neutrale Argumente gesammelt
werden, die dann später eine Entscheidung
erleichtern. In vielen Unternehmen wird diese
Technik mit großem Erfolg angewendet, da
Persönlichkeit und Denkleistung getrennt
werden. Man wird gezwungen, auch Argumente
gegen seinen eigenen Standpunkt zu sammeln.
Damit wächst das Verständnis für die Gegenposition
bzw. ein Überdenken des eigenen Standpunktes
wird gefördert.
Sind Sie sich darüber im Klaren, wie Ihre
zukünftige Karriere strukturiert sein sollte,
wird es wesentlich leichter sein, geeignete
Stellenausschreibungen herauszusuchen bzw.
Firmen, die für eine Initiativbewerbung in
Frage kommen zu bewerten. Die Frage "Warum
möchte ich dort arbeiten" lässt sich
wesentlich leichter beantworten.
Strukturelle Bearbeitung des Bewerbungsablaufes
Wichtig ist jetzt ein Zeit- und Aktionsplan
für den gesamten Bewerbungsprozess. Um hier
eine gute Struktur zu entwickeln, kann man
sich einer Mind Map bedienen. Hierzu gibt
es Softwarelösungen, um sich seine Mind Map
auf dem Rechner zu erstellen. Man kann aber
auch auf einem möglichst großen Papier (mind.
DIN A3) eine gut strukturierte Mind Map erstellen.
Im Zentrum der Mind Map steht das zentrale
Thema "Job finden". Von diesem
Zentrum gehen Hauptäste zu den Schlüsselwörtern
z.B. Informationen sammeln, Stärken-Schwächen-Analyse,
Karrierewunsch, Anzeigenanalyse, schriftliche
Bewerbung, Vorstellungsgespräch. Von diesen
Schlüsselwörtern entwickelt man weitere Astgruppen,
die sich eventuell weiter aufschlüsseln können.
Wichtig: legen Sie Ihre Mind Map immer so
an, das Sie waagerecht schreiben, nicht sternförmig,
damit Sie die maximale Übersicht erhalten.
Entwicklung von Frageansätzen für das Gespräch
mit Unternehmen
Eine Kreativitätstechnik möchte ich Ihnen
noch vorstellen. Mit der sogenannten 365-Technik
können Sie einen Fragenkatalog an Firmen
entwickeln. Diese Technik lässt sich aber
nur im Team entwickeln. Könnte also eine
spannende Möglichkeit vor dem gemeinsamen
Besuch einer Jobmesse mit Kommilitonen sein.
Auf einem Blatt Papier haben Sie waagerecht
drei Kästchen und senkrecht sechs.
Thema: Was kann ich alles auf der Jobmesse
erfragen? Jeder schreibt drei Möglichkeiten
in die ersten drei waagerechten Felder und
gibt den Zettel seinem Nachbarn. Der kann
drei neue Fragen notieren oder die zuvor
genannte Idee weiterentwickeln. Für Ideen
in den jeweils drei Kästchen hat man fünf
Minuten. Danach muss der Zettel weitergereicht
werden. Wenn der Zettel voll ist, werden
alle Zettel aufgehängt und die einzelnen
Ideen können mit 1-3 Punkten bewertet werden.
Man könnte dann wichtige Fragegruppen z.B.
nach de Bono diskutieren. Hierbei können
spannende Frageansätze entstehen, die jeder
Einzelne dann auf seine persönliche Situation
transferieren kann.
Vielleicht mag es Ihnen sehr ungewöhnlich
erscheinen, Kreativitätstechniken zur Jobsuche
zu verwenden. Aber sie stellen auch nur eine
Möglichkeit dar. Und nachdem viele Wege nach
Rom und somit auch viele Wege zum ersten
Job führen, sollten Sie immer versuchen,
nicht nur eine Möglichkeit in Betracht zu
ziehen.
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Angela Resch


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MBA - Die Zusatzqualifikation
für den Führungsnachwuchs
von morgen
Was heißt MBA?
Der "Master of Business Administration",
kurz MBA, gehört im Ursprung zu einem Bereich
der akademischen Ausbildung in den USA. Dort
durchläuft der Student nach der High-School
zunächst vier Jahre das College, welches
mit dem Bachelor abgeschlossen wird. Danach
schließen sich mehrere Jahre Praxis an, bevor
er sich bei einer Graduate School bewirbt,
um seinen Master of Business Administration
zu erwerben. Als Ziel dieser Ausbildung soll
erreicht werden, einen entscheidungsfreudigen
Generalisten mit strategischem Weitblick
und analytischen Fähigkeiten zu erhalten.
Vermittelt wird praxisorientiertes betriebswirtschaftliches
Denken, welches sowohl in klassischen Lehrveranstaltungen
als auch durch Fallbeispiele im Team erarbeitet
wird.
Der MBA ist eine Zusatzqualifikation, die
dem mit theoretischem Wissen überladenen
deutschen Hochschulabsolventen mit Diplomabschluss
den richtigen Schliff für die Praxis im Management
geben kann. Ein großer Vorteil liegt in der
Internationalität dieses Zusatzstudiums.
Da viele Unternehmen die Theorielastigkeit
des deutschen Hochschulstudiums bemängeln,
sehen sie in diesem Studiengang eine ideale
Ergänzung. Viele Jahre galt dieser Abschluss
als Jobgarantie für Hochschulabsolventen
und wurde mit einer Promotion verglichen.
Doch in der Vielfalt der Angebote sollte
der Interessent darauf achten ein Programm
zu wählen, das nicht nur seinen persönlichen
Maßstäben entspricht, sondern es sich auch
um ein akkreditiertes Programm handelt. Mittlerweile
gibt es hierzu viel Informationsmaterial
im Internet (www.mba-gate.de, www.mbainfo.com und www.foreignmba.com) und im Buchhandel.
MBA gibt es nicht nur in
Amerika
Schon Ende der fünfziger Jahre wurde diese
akademische Ausbildung nach Eu- ropa transferiert
und in diesem Zuge auch europäischen Verhältnissen
angepasst. Denn während in Amerika der MBA
in einem zweijährigen Vollzeitstudium erworben
wird, bieten viele europäische Schulen einjährige
Programme an. Die Zielgruppe dieser Schulen
ist der Akademiker ohne wirtschaftswissenschaftlichen
Abschluss. Das heißt, der Ingenieur und Naturwissenschaftler
kann sein Fachwissen mit praxisorientiertem
und betriebswirtschaftlichem Know-how anreichern.
In der Industrie eine sehr gefragte Kombination,
da der Generalist in vielen Bereichen als
Favorit bei der Einstellung von Akademikern
angesehen wird.
MBA ist nicht gleich MBA
Ein Interessent für den Master of Business
Administration steht einer Fülle von unterschiedlichen
Lehrprogrammen gegenüber. Aufklärung tut
Not. Zunächst eine grundsätzliche Unterscheidung
zweier Wege, um zu einem MBA-Abschluss zu
gelangen:
Als Student assoziiert man mit MBA ein Aufbaustudium
nach dem Diplom. Hierbei handelt es sich
um den Junior MBA, welcher der klassischen
amerikanischen Ausbildung entspricht. Der
Junior MBA ist also trotz der Praxisorientiertheit
eine weitere theoretisch-analytische Ausbildung,
welche die Studiengesamtzeit verlängert.
Manche Unternehmen sehen in diesem Zusammenhang
wesentliche Kritikpunkte. Zum einen die eben
erwähnte Verlängerung der akademischen Ausbildung,
die somit die Konfrontation mit der Praxis
um ein bis zwei Jahre verlängert. Zum anderen
lässt sich der zum General Manager ausgebildete
Jungakademiker meist schwerer in die unternehmensinternen
Teams integrieren, da er sich als abgehobene
Elite sieht.
Eben schon angeschnitten variiert die Studienlänge
der einzelnen Programme. Die älteste Form
ist das zweijährige Vollzeit-Studium aus
den USA. Als Variante bieten einige europäische
Schulen und Universitäten auch einjährige
Programme an. Jedoch geht das Motto "In
der Kürze liegt die Würze" nicht immer
auf. Die kurze europäische Variante ist zwar
intensiver, aber nicht sehr breit und detailliert
angelegt. Die Theorie rückt in den Vordergrund,
zu Lasten der Praxis. Die Besonderheit des
MBA-Abschlusses kann dadurch verloren gehen.
Als dritte Möglichkeit
seien noch die Part-Time-Programme
erwähnt, die vor allem
in den USA verbreitet
sind. Sie wenden sich an
Teilnehmer, die
während des Studiums arbeiten
müssen, um
sich das stattliche Studiengeld
zu finanzieren.
Diese Variante findet sich
allerdings an
Top-Schulen Amerikas und
Europas nicht im
Angebot.
Für wen ist der Junior
MBA wichtig?
Ob die zeitlichen und kostenintensiven Investitionen
sinnvoll sind, hängt von der fachlichen Qualifikation,
dem angestrebten Karriereweg und dem Alter
ab. Ein Ingenieur, der eine Managementkarriere
anstrebt, ist mit einem MBA sicher gut bedient.
Als Betriebs- oder Volkswirt lohnt sich dieser
Ausbildungsweg nur mit einem guten Diplom
in der Tasche, um dann an eine Top-Business-Schule
zu gehen. Für den Einstieg im unternehmensberatenden
Sektor zum Beispiel, könnte ein MBA-Abschluss
nach dem Studium auch für den Betriebswirt
sinnvoll sein. So entscheiden sich die Betriebswirte
häufig für den Junior MBA gleich im Anschluss
an das Studium, um mit Praxis und Internationaliät
Ihrem Abschluss den lezten Schliff zu geben.
Die Executive-MBA-Ausbildung, auf die später
noch näher eingegangen wird, ist dafür umgekehrt
von den Ingenieuren stärker bevorzugt. Sie
sehen im MBA die Grundlage für eine Umorientierung
in Richtung Management, während der Betriebswirt
es als Zusatzqualifikation betrachtet, die
ihn von den anderen abhebt.
Wer den MBA nach dem Studium plant, sollte
sich nicht nur nach guten Schulen bzw. Programmen
erkundigen, sondern auch bei den Unternehmen
der für sich angestrebten Branche, wie hoch
der MBA- Abschluss im unmittelbaren Anschluss
an das Studium als Einstellkriterium bewertet
wird. Denn eine Überfrachtung an theoretischem
Wissen, und das ist und bleibt der MBA trotz
aller Praxisnähe, kann auch zum Hemmschuh
im Bewerbungsmarathon werden, wenn zum Beispiel
die von Unternehmensseite gefürchtete "Überqualifizierung"
bedacht wird. Also wichtig: Nicht nur die
Angebote der Schulen auf Herz und Nieren
prüfen, sondern auch mit Unternehmen Kontakt
aufnehmen.
Ein Gefangener im Labyrinth
der Angebote
Was dem wirtschaftswissenschaftlichen Studium
an deutschen Universitäten und Fachhochschulen
fehlt, ist die Praxis. Somit ist eine fundierte
Praxisorientierung des MBA-Programmes immens
wichtig und sollte bei der Auswahl eine hohe
Priorität genießen. In Punkto Praxisnähe
haben die europäischen Business-Schulen die
Nase vorn, denn sie verfügen über engere
Beziehungen zur Wirtschaft. Einige europäische
Schulen wurden von der Wirtschaft selbst
gegründet, dies jedoch mehr im Hinblick auf
die Ausbildung des Executive MBA, der später
noch näher besprochen wird.
Wer sich für einen Master of Business Administration
entschließt, steht vor der Qual der Wahl:
Welche Schule, welches Programm ist das Richtige.
Aufwändige, farbig bedruckte Prospekte versprechen
gern das Superprogramm mit anschließend garantierter
Karriere im oberen Management. Doch um den
richtigen Weg einzuschlagen, tut intensive
Recherche Not. Ob Amerika oder Europa: Gute
Schulen unterwerfen sich den Richt-linien
von Zentralorganisationen, die einen Mindeststandard
der Lehranstalten und -programme garantieren.
Für Amerika hat die American of Collegiate
Schools of Business (AACSB), die von 14 führenden
Business Schools gegründet wurde, die Aufgabe
übernommen, Richtlinien für die Akkreditierung
von Business-Schulen zu setzen. Das System
der Akkreditierung basiert auf einer externen
Überprüfung der Lehreinrichtung und der angebotenen
Programme. Sie garantiert dem Studenten ein
Mindestmaß an Qualität und schützt vor schwarzen
Schafen. Informationen zur Akkreditierung
von amerikanischen Business-Schulen erhält
man beim AACSB, 600 Emerson Road, Suite 300,
St. Louis MO 63141-6762, USA, Fax: 001 314
8728495.
Für Europa hat die European Foundation for
Management Development (efmd) die Aufgabe
der Festlegung des Akkreditierungsstandards
übernommen. Von dieser Institution erhält
man Informationen zu Schulen und deren Programme
sowie eine interessante Liste von Publikationen
rund um das MBA. Der efmd gibt die Informationen
von über 350 Schulen aus 26 europäischen
und 15 weiteren Ländern weiter: efmd, Rue
Gachard 888, B - 1050 Brüssel, eMail info@efmd.be,
Internet: www.efmd.be
Wer sich für Programme in Deutschland, Österreich
und der Schweiz interessiert findet alle
wichtigen Informationen im MBA-Guide (Luchterhand
Verlag, Ausgabe 2005), der jedes Jahr neu
erscheint, oder über die Internetseite www.mba-info.de
Doch mit der Auswahl der guten Schule ist
die Recherche noch nicht am Ende. Der Punkt
der Anerkennung des Abschlusses in Deutschland,
bzw. im jeweiligen Bundesland muss abgeklärt
werden. Denn nicht jeder MBA-Abschluss darf
als Titel geführt werden. Informationen hierzu
erhält man bei der Ständigen Konferenz der
Kultusminister der Länder (KMK), Internet
www.kmk.org oder bei den jeweiligen Kultusministerien
der einzelnen Bundesländer. Für Deutschland,
Österreich und die Schweiz werden die akkreditierten
Programme sehr gut auf der Seite, der FIBAA
(Foundation for International Business Administration
Accreditation) www.mba-info.de aufgelistet.
Wer sich auf Messen über die Programme europäischer
und amerikanischer Hochschulen informieren
möchte, erhält Informationen unter www.mba-gate.de.
Zulassungstests und Studiengebühren
Voraussetzung für die Zulassung ist ein abgeschlossenes
Hochschulstudium. Im weiteren wird ein Test
für Ausländer gefordert, um die Beherrschung
der Sprache(n) des jeweiligen MBA-Studienganges
nachzuweisen. Als weiteres ist in Europa
und den USA der Graduate Management Administration
Test (GMAT) gefordert. Dabei handelt es sich
um einen Multiple-choice-Test, der dreieinhalb
Stunden dauert. Abgefragt wird kein Spezialwissen,
sondern die allgemeinen Ausdrucks- und Problemlösungsfähigkeiten.
Der Test wird an Businessschulen angeboten.
Eine gute Vorbereitung durch Selbststudium
oder Kurse lohnt sich.
Die Studiengebühren für die einzelnen MBA-Programme
gestalten sich sehr unterschiedlich. So verlangen
die besten amerikanischen Business Schulen
ca. 17.000 Dollar pro Jahr und ein einjähriger
Kurs bei der französischen INSEAD beläuft
sich auf ca. 30.000 Euro, inklusive Lebensunterhalt.
Teilzeit-Studiengänge oder Fernkurse sind
sehr viel billiger, aber natürlich auch nicht
so anerkannt.
Einige Banken bieten spezielle Finanzierungsmöglichkeiten
an und es gibt auch Stipendien. Schnell wird
einem trotzdem klar, warum der nachfolgend
beschriebene Weg des Executive-MBA-Abschlusses
schon aus dem finanziellen Grund interessanter
wird.
MBA als berufsbezogenes
Weiterbildungsprogramm
Immer interessanter für Akademiker wird der
Executive MBA, der von vielen Unternehmen
angesehen und gefördert wird. Hierbei handelt
es sich um eine Weiterbildungsmaßnahme, die
nach einigen Jahren Berufspraxis vor Übernahme
einer leitenden Managementfunktion dazwischengeschaltet
wird. Eigentlich kommt diese Version dem
ursprünglichen Modell der MBA-Ausbildung
in den USA am nächsten. Denn hier absolviert
der Student nach dem College ja auch erst
ein paar Jahre in der Praxis, bevor er den
Master of Business Administration erwirbt.
Die Vorteile sind leicht zu ersehen. Die
Studienzeit wird nicht unnötig in die Länge
gezogen, mit Praxis im Hintergrund lassen
sich die Fallbeispiele in den MBA-Programmen
fundierter bearbeiten und im eigenen Unternehmen
gleich anwenden. Beim Executive MBA wechseln
sich on-the-job mit off-the-job Lernphasen
ab. Die Auswahl der Teilnehmer basiert nicht
nur auf formalen Zulassungsbedingungen, sondern
legt Wert auf in der Praxis nachgewiesenes
Managementpotential. Die europäischen Schulen
sind beim Modell des Executive MBA innovativer
als die amerikanischen Business Schulen.
In den USA zählt die jahrzehntelange Tradition
der klassischen Ausbildung des Junior MBA.
Grundsätzlich sind zwei Arten der Executive-MBA-Ausbildung
zu unterscheiden. Zum einen die offenen MBA-Programme,
die sich an einzelne Führungskräfte wenden
und nach einem standardisierten Zeit- und
Studienplan ablaufen. Und zum anderen sogenannte
Company-Programme, bei denen die Business
Schule ein auf die Bedürfnisse eines Unternehmens
zugeschnittenes Programm entwickelt.
Ein Executive MBA-Programm kann als Part-time-Programm
gestaltet werden, das heißt, die Schule wird
abends und an Wochenenden besucht oder als
modulares Programm, bei dem man sich einige
Wochen in der Firma und einige Wochen in
der Schule befindet. Vorteil der zweiten
Version liegt in der hohen Verträglichkeit
zwischen Ausbildung und Beruf und der Möglichkeit
der intensiven Teamarbeit während der Lernphasen.
Ein weiterer Punkt ist die Unabhängigkeit
vom Standort der Schule. Eine hohe Internationalität
ist somit gewährleistet.
Eine weitere Methode sind Distance-Learning-Programme.
Das heißt, es wird im Rahmen eines Fernstudiums
gelehrt. Der Nachteil ist die geringe Praxisorientierung,
da sich kaum Möglichkeiten des so wichtigen
Austausches in der Teamarbeit ergeben. Auch
leidet die Internationalität des Programmes.
Vorteil ist die hohe Flexibilität und der
nicht anfallende Arbeitsausfall. Aber auch
vom zeitlichen Faktor wirkt das Distance-Learning-Programm
wenig attraktiv. Während sich die zwei vorgenannten
Modelle in zwei bis drei Jahren absolvieren
lassen, müssen beim Fernstudium bis zu fünf
Jahre eingeplant werden.
Abschließend soll gesagt werden, dass der
MBA-Abschluss für Naturwissenschaftler und
Ingenieure in den kommenden Jahren sicher
immer wichtiger wird. Die Wirtschaft benötigt
in der jetzigen Situation weniger den Forscher
und Entwickler, sondern einen marktorientierten
Mitarbeiter, der neben der forschenden, bzw.
entwickelnden Tätigkeit die globalen Strukturen
der Wirtschaft im Kopf hat. Und der durch
die immer mehr fortschreitende Globalisierung
der Märkte ein hohes Maß an Internationalität
mitbringt.
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Angela Resch


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Karriere in der Wissenschaft:
Mit dem Master zur Promotion und dann?
Studenten sind heutzutage schon früh dazu
aufgerufen die Weichen für ihre Karriere
zu setzen. Bereits mit dem Abschluss des
Bachelors kann der Weg in die Wirtschaft
erfolgen, doch sind die Karriereziele ohne
weitere zielorientierte Weiterbildung schnell
begrenzt. Nicht umsonst setzen die meisten
Bachelorabsolventen gleich den Master obendrauf.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Masters
stellt sich nun wiederum die Frage in die
Wirtschaft zu gehen oder eine wissenschaftliche
Laufbahn einzuschlagen und zu promovieren.
In dem folgenden Artikel erhalten Sie Tipps
und Denkanstöße zur Planung, Themenfindung,
Bewerbung und Finanzierung der Promotion
sowie zum weiteren Verlauf der Karriere in
der Wirtschaft und der wissenschaftlichen
Karriere bis zur Professur.
Mit der Promotion in die
Wirtschaft
Die Promotion kann in einigen Bereichen für
eine Karriere in der Wirtschaft relevant
sein. Zum Beispiel ist sie in der angewandten
Forschung oft Voraussetzung. Deshalb promovieren
Absolventen aus den Naturwissenschaften,
aber auch vielen anderen Studiengängen mit
dem Ziel einer Karriere in der Wirtschaft.
Planen Sie eine Karriere in der Wirtschaft,
sollte sich dies aber in der Themenauswahl
und in der Art und Weise der Durchführung
wiederspiegeln. Praxisbezug ist gefragt.
Das bezieht sich nicht nur auf das Thema
der Arbeit, sondern auch auf die Tätigkeit
zur Finanzierung und das Netzwerk, dass während
der Promotionsphase gebildet werden sollte.
Kontakte zu zukünftigen Arbeitgebern können
gar nicht früh genug geknüpft und gepflegt
werden. Diese Aspekte sollten bei der Wahl
des Doktorvaters bzw. des Promotionsprogramms
berücksichtigt werden.
Promotionsstudiengang,
-programm oder traditionelle
Promotion?
In Deutschland hat sich der Ph.D. noch nicht
durchgesetzt, denn die traditionelle Promotion
„Made in Germany“ genießt innerhalb Deutschlands
ein hohes Ansehen. Abgesehen davon sind beide
Abschlüsse als gleichwertig zu betrachten
und bei einer geplanten internationalen Karriere
dürfte der Ph.D. sogar von Vorteil sein,
da seine Anerkennung im internationalen Umfeld
gegeben ist.
Wie Sie promovieren sollten Sie jedoch hauptsächlich
von Ihrer ganz persönlichen Arbeitsweise
abhängig machen.
Promotionsstudiengang und
-programm
Ein Promotionsprogramm oder –studiengang
bietet klare Strukturen, einen Zeitrahmen
und damit auch einen gewissen Zwang sich
mit dem Thema zu beschäftigen. Netzwerke
können durch die Rahmenveranstaltungen und
den strukturierten Kontakt zuanderen Promovenden
gut gebildet und gefestigt werden. Sicherlich
ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Ein
Promotionsprogramm bzw. universitärer Promotionsstudiengang
dauert in der Regel drei Jahre. Wobei der
Promotionsstudiengang einen verpflichtenden
Curriculum beinhaltet. Neben der Promotionsarbeit,
die natürlich entsprechend betreut wird,
erfolgt hier eine Vergabe von Credit Points
für besuchte Veranstaltungen. Erfolgreich
abgeschlossen ist das Programm also in der
Kombination von einer vorgegeben Anzahl an
Credit Points und der erfolgreich verfassten
Promotionsarbeit.
Promotionsprogramme hingegen haben keinen
so strikten Seminarplan. Es besteht bei einigen
Programmen durchaus die Möglichkeit diese
berufsbegleitend zu absolvieren, da die Präsenzphasen
im Block angeboten werden. Dies erleichtert
auch die Finanzierung. Bei Promotionsprogrammen
ist die Praxis oft mit inbegriffen, da diese
gerne an Forschungsprojekte gebunden werden.
Somit ist die Finanzierung erleichtert. Bei
einem Promotionsstudiengang muss selbst für
die Finanzierung gesorgt werden. Gewünscht
ist bei Promotionsprogrammen ein Abschluss
in drei Jahren, jedoch kann das Programm
auf bis zu fünf Jahre ausgedehnt werden.
Traditionelle Promotion
Trotz dieser Vorteile promovieren über 90
% in Deutschland nach dem traditionellen
Modell. Es verlangt vom Doktoranden eine
gehörige Portion Eigenmotivation, Durchhaltevermögen
und Selbstständigkeit. Die Doktoranden der
traditionellen Promotion gelten als Einzelkämpfer.
Eine Eigenschaft, die einem durchaus liegen
muss.
In der traditionellen Promotion promoviert
der Doktorand individuell an einer Fakultät
zu einem selbst gewählten Thema. Ziel ist
die Erstellung und Veröffentlichung der Dissertation.
Die Finanzierung erfolgt nicht selten über
eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter
der Fakultät. Betreut wird der Doktorand
vom Doktorvater, einem Professor der Fakultät.
Thema finden
Motivation, Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen
wird schon bei der Suche nach dem Doktorvater
auf die Probe gestellt. Zuerst sollte jedoch
ein geeignetes Thema gefunden werden. Dies
kann zwei bis drei Monate Zeit in Anspruch
nehmen. Immerhin muss ein neues relevantes
Forschungsthema generiert werden, welches
einen Doktorvater überzeugt und besonders
auch einen selbst bis über beide Ohren fasziniert.
Auf der Webseite des Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) – www.forschungsportal.net finden sich Dissertationsthemen aus dem Bestand
der Deutschen Bibliothek.
Doktorvater finden
Gehen Sie eigenständig auf die Suche nach
einem Doktorvater und begeben Sie sich nicht
in die Hände eines Promotionsberaters. Verlassen
Sie sich auf Ihre eigene Motivation und Einschätzung.
Hier ein paar Anhaltspunkte für die Suche.
Der Doktorvater nimmt eine entscheidende
Rolle für das Gelingen der Arbeit ein. Er
ist Experte, Mentor und nicht selten auch
Vorgesetzter. Die Chemie im Miteinander muss
stimmen. Darüber hinaus sollte der Doktorvater
in spe ein Experte auf dem Gebiet des gewählten
Themenfeldes sein. Ein Check der veröffentlichten
Publikationen kann hier Auskunft geben. Die
Betreuungsqualität kann zum Beispiel im Gespräch
mit ehemaligen Doktoranden geprüft werden
oder im Hinterfragen wie strukturiert die
Betreuung erfolgen wird (Doktorandenkolloquien
etc.).
Um mögliche Professoren und Fakultäten zu
finden, kann das Netzwerk der eigenen Hochschule
von Bedeutung sein. Recherche und die Einbindung
von Kontakten ist insgesamt sehr wichtig.
Hilfreich kann auch die Webseite des Hochschulkompass
sein www.hochschul-kompass.de . Vor der Bewerbung sollte genau geprüft
werden, welche Voraussetzungen erfüllt sein
müssen. Dies wird von Hochschulen und Fakultäten
ganz unterschiedlich gehandhabt. Auch wenn
die Suche aufwendig ist, lohnt sich die Recherche,
um die Voraussetzungen und die Betreuung
zu finden, die die eigene Forschungsarbeit
beflügeln und nicht behindern.
Natürlich wählen Sie auch beim Promotionsstudiengang
bzw. –programm das Thema selbst. Bei der
Wahl der Universität bzw. der Graduiertenschule
muss berücksichtigt werden, dass sich das
Thema in die Forschungslandschaft des Instituts
einfügt. Es gibt Ausschreibungen für Themengebiete,
in denen die Institute forschen möchten.
Wichtig ist auch, dass die zur Verfügung
stehenden Betreuer fachlich weiter helfen
können. Somit sollten ähnlich wie bei der
Suche nach dem Doktorvater Veröffentlichungen
recherchiert und die Betreuung hinterfragt
werden.
Erfolgreich bewerben bei
Promotionsstudiengang,
-programm und Doktorvater
„Wie ich in den Wald hinein schreie, so hallt
es wieder heraus.“ - Knigge ist gefragt bei
der Ansprache und Bewerbung. Wichtig ist
eine individuell gestaltete Anfrage. Standardisierte
E-Mails haben wenig Chance. Ein großes Augenmerk
sollte auf das Anschreiben gelegt werden.
Hier steht die Motivation und Faszination
für das eigene Thema im Vordergrund und natürlich
sollte das eigene Fachwissen fundiert dargestellt
werden. Ein Anschreiben für einen Hochschullehrer
oder ein Promotionsprogramm und -studiengang
darf, im Gegensatz zu einem Anschreiben an
ein Unternehmen, gerne bis zu zwei Seiten
umfassen. Somit bietet sich genügend Raum
Motivation, Thema und Kompetenz zu beleuchten.
Ein Lebenslauf als weiterer Bestandteil der
Bewerbung ist immer tabellarisch und umfasst
um die zwei Seiten. Schwerpunkt bildet natürlich
der akademische Hintergrund. Relevante Projekte
oder Seminare aus dem Studium sollten erwähnt
werden. Ein Bild ist nicht verpflichtend,
wird aber in Deutschland immer noch gerne
gesehen. In die Anlagen gehören natürlich
die Hochschulzeugnisse und wenn vorhanden,
macht sich ein Referenzschreiben eines früheren
Professors immer gut.
Bei Initiativanfragen sollten die Bewerbungsunterlagen
nicht einfach verschickt werden. Einer vorgeschalteten
telefonischen Anfrage ist immer Vorzug zu
geben. Gehen Sie so individuell wie möglich
vor und bereiten Sie jedes Gespräch durch
eine gute Recherche zur Fakultät und dem
Professor vor. Nur mit fundierten Informationen
und einer guten Darstellung Ihres Themas
und Ihrer Person können Sie Interesse wecken
und überzeugen.
Finanzierung der Promotion
Bei der traditionellen Promotion und bei
einigen Promotionsstudiengängen sind Sie
in der Regel selbst für die Finanzierung
verantwortlich. Eine gute Möglichkeit bietet
sich in einer Stelle als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an der Fakultät. Leider sind
diese Stellen häufig zeitlich befristet.
Es ist also sicherzustellen, dass die Promotion
in diesem Zeitraum abgeschlossen werden kann
oder Alternativen zu Verfügung stehen. Informationen
zur Bezahlung (TV-L) kann über http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/ abgefragt werden.
Nicht immer werden Vollzeitstellen angeboten
und somit ist eine weitere Geldquelle zu
finden. Hier könnten Stipendien weiterhelfen,
wie zum Beispiel die Studienstiftung des
Deutschen Volkes. Dieses unterstützt Doktoranden
über drei Jahre mit etwa 1.000 Euro im Monat.
Deutschland verfügt über eine vielfältige
Stiftungslandschaft. Jedoch knüpfen die Stiftungen
eine Vergabe an Kriterien wie gewisse Altersgrenzen
oder bei kirchlichen Stiftungen die Religionszugehörigkeit.
Auch ist die finanzielle Unterstützung immer
zeitlich begrenzt.
Einfacher gestaltet sich die Finanzierung
bei den strukturierten Promotionsprogrammen
an Graduiertenschulen oder einigen Promotionsstudiengängen.
Hier bewirbt man sich dann nicht nur für
das Programm, sondern zeitgleich für die
finanzielle Förderung. Bei einer Zusage ist
die Finanzierung gesichert. Man wird dann
entweder über ein Stipendium gefördert oder
kann eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter
antreten. Diese Förderung ist jedoch an die
Regelzeit des Programms von meist drei Jahren
gebunden. Absolventen aus dem Ausland, die
in Deutschland promovieren wollen und eine
finanzielle Unterstützung benötigen, wenden
sich für eine Förderung am besten an den
DAAD.
Promotion geschafft – Wie
geht es jetzt weiter?
Wer sich nach seiner Promotion in die Wirtschaft
orientiert, greift am besten auf sein in
der Zeit der Promotion gut gefülltes und
gepflegtes Netzwerk und natürlich die vielen
Stellenbörsen, Jobmessen etc. zurück. Auch
bei guter Arbeitsmarktlage sollte die Jobsuche
bis zu einem halbem Jahr vorher in Angriff
genommen werden. Gerade in natur- und ingenieurwissenschaftlichen
Bereichen sollte ein nahtloser Übergang angestrebt
werden. Wissen veraltet in unserer heutigen
Gesellschaft schnell. Wenn die Jobsuche nach
der Promotion länger hinzieht, ist es immens
wichtig das Fachwissen aktuell zu halten.
Karriere in der Wissenschaft
Der klassische Karriereweg nach der Promotion
führt in die Wissenschaft und mündet in eine
Professur. Eine Karriere in der Forschung
mag steinig sein, bedeutet aber auch eine
spannende Karriere, die durch die Freiheit
der Forschung immer wieder neue Aspekte bereithält.
Wer eine Karriere in der Forschung anstrebt,
muss Durchhaltevermögen haben, darf nicht
vor Niederlagen zurückschrecken und sollte
beständig seinen Weg verfolgen. Eine unverwüstliche
Begeisterung für das eigene Fachgebiet ist
unbedingt erforderlich. Das Ziel, die Professur,
will hart erarbeitet sein. Meist erst mit
über 40 Jahren ist die Habilitation erreicht
und eine Professur möglich.
Der Weg dorthin führt durch eine Lanmdschaft
meist zeitlich befristete Postdoc Stellen
an unterschiedlichen Orten. Somit ist eine
Karriere- und Lebensplanung kaum möglich.
Darüber hinaus gestaltet sich die Stellensuche
innerhalb Deutschlands problematisch, da
es hier besonders wenige attraktive Stellen
unterhalb der Professur gibt.
Die Habilitation gilt immer
noch als der
übliche Weg zur Professur.
Eine Habilitationsschrift
oder vergleichbare Leistungen,
die sich in
Veröffentlichungen manifestieren,
können
je nach Habilitationsordnung
und Fachbereich
zum erfolgreichen Abschluss
führen. Wer es
geschafft hat, darf an
deutschen Hochschulen
selbstständig lehren und
forschen.
Ein weiterer Weg führt über die Juniorprofessur.
Hier erfolgt eine Anstellung zunächst auf
drei Jahre und mündet in eine Zwischenevaluation.
Wird diese erfolgreich absolviert, wird das
Arbeitsverhältnis um drei Jahre verlängert.
Danach wird eine weitere Evaluation durchgeführt.
Es besteht dann die Möglichkeit einer Dauerprofessur
(Tenure Track), wenn alle Voraussetzungen
erfüllt sind.
Eine Förderung der Forschung und Lehre z.B.
durch das Emmy Noether-Programm ist ein alternativer
Weg, der in die wissenschaftliche Selbstständigkeit
führen kann. Für die fünfjährige Förderung
kann man sich nach der erfolgreichen Promotion
sowie absolvierter Auslandserfahrung und
zwei Jahre Berufserfahrung bewerben. Ziel
ist die Befähigung zum Hochschullehrer (Infos
unter www.dfg.de, Stichworte Forschungsförderung und Emmy
Noether-Programm).
Der letzte Schritt – Die
Berufung
Fachwissen allein genügt nicht, um eine der
begehrten Stellen zu bekommen. Beziehungen
und das schon mehrfach erwähnte Netzwerk
spielen eine große Rolle. In den Jahren als
Nachwuchswissenschaftler kann ein Mentor,
aber auch der gelungene Auftritt auf der
wissenschaftlichen Bühne bei Tagungen und
Kongressen wichtige Bausteine sein. Um voranzukommen
bedarf es, wie schon angemerkt, Ausdauer,
Geduld, aber auch Mut und feste Überzeugung
in dem eigenen Weg.
von Angela Resch
Links und Informationen
auf einen Blick:
Weiterführende Links, allgemeine Informationen,
Gesetzestexte: www.bmbf.de
Dissertationsthemen und Informationen rund
um die Promotion: www.forschungsportal.net
Informationen zu Promotionsprogrammen etc.:
www.hochschul-kompass.de
Wiki-Portal für Promotion, Habilitation etc.,
Infos und Möglichkeiten zum Austausch:
www.hochschulkarriere.de
Forschungsförderung in der Promotion und
danach: www.dfg.de, www.daad.de
Tarifgehälter im öffentlichen Dienst: http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/
Webportal von Die Zeit: www.academics.de


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