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Karriere

Kreativitätstechniken bringen Struktur in die Karriere

Um nach dem Studium den Traumjob zu ergattern, muss man viel Überzeugungsarbeit leisten. Das gilt besonders dann, wenn viele Absolventen auf den Arbeitsmarkt drängen und im Gegenzug die angebotenen interessanten Stellen rar gesät sind. Um erfolgreich zu überzeugen, bedarf es guter Argumente und einer guten Präsentation. In diesem Artikel möchte ich mich dem ersten Teil widmen.

Entwicklung der Marketingstrategie - ein Beispiel
Die Firma "Crema" hat ein neues Produkt entwickelt. Ein Schokoriegel: rechteckig, handlich, zart-cremig mit einer Nuss- Nougat-Füllung. Eigentlich reißt das keinen mehr vom Hocker, da in den Supermärkten schon mindestens 30 Schokoriegel anderer Firmen in den Regalen, vorzugsweise an der Kasse, liegen. Doch dieses Produkt soll mehr versprechen. Um die richtigen Argumente für die überzeugende Werbekampagne zu finden, lädt die Marketingabteilung zum Brainstorming Mitglieder der eigenen Abteilung, aber auch Mitglieder aus der Produktion und der Entwicklung ein.
Wie könnte dieses Meeting ablaufen? Zum Beispiel bittet der Marketingleiter die Teilnehmer nach kurzer Begrüßung 20 Minuten Argumente zusammenzutragen, wie der Kunde dazu gebracht wird, diesen Schoko-riegel zu kaufen. Der Marketingleiter in unserem Beispiel ist aber einfallsreicher. Er bittet das Team sich zu überlegen wie sie es schaffen könnten, Außerirdische davon zu überzeugen, Bananen zu essen. Warum? Entfernt man sich vom eigentlichen Produkt werden wertfrei die absurdesten Ideen gesammelt. Zum Beispiel: Aufklärung, Zeichensprache, Comic gestalten, immer präsent sein, Bananen essen zum Erlebnis machen, Bananenduft, Freude und Lachen beim Essen von Bananen demonstrieren, Zubereitungsvariationen aus Bananen, Anleitung, Gutschein, Vertrauen.....
Durch die Wahl des irrealen Zustandes konnten zunächst unvoreingenommene Ideen gesammelt werden. Es könnte nun noch mit einer anderen Kreativitätstechnik versucht werden, Argumente zu finden. Diesmal wird mit der Flip-Flop-Technik nach Negativargumenten zu dem Schokoriegel bzw. zur Produktpalette "Crema" an sich geforscht. Wieder erhält das Team 20 Minuten Zeit.
Aus den Resultaten in beiden gewonnenen Techniken könnten nun erste Schritte einer Marketingstrategie unter Heranziehung eines Profiteams entwickelt werden.

Was hat das Ganze nun mit der Jobsuche zu tun??
Eine ganze Menge, das kann ich Ihnen versichern. Transferieren wir das Beispiel: Der Schokoriegel sind Sie und der Käufer ist das Unternehmen. Es hat die Wahl unter vielen Schokoriegeln gleicher Qualität. Aber halt: Ist die Qualität wirklich gleich? Sucht das Unternehmen Absolventen des Maschinenbau, Schwerpunkt Fahrzeugtechnik, kann es theoretisch unter ca. 3.000 Absolventen wählen. Auf die Stellenausschreibung melden sich nun 300 Absolventen. Benötigt werden drei. Sie wollen gerne zu diesen drei gehören. Wie schaffen Sie das? Einfacher als gedacht. Fangen wir mit der Arbeit an.

Analyse Ihrer Person
Fachliche Stärken
Um sich über Ihre fachlichen Stärken klar zu werden, bieten sich die Kreativitätstechniken des Brainstorming und die Flip-Flop-Technik gut an. Sie sollten die Techniken für sich selbst, zusammen mit Kommilitonen und möglichst auch mit dem Professor oder Assistenten anwenden. Sicher wird es kaum möglich sein ein Professorenteam zum Brainstorming einzuladen, aber es genügt auch schon, einzelnen Professoren oder Kommilitonen die Frage zu stellen "Wo sehen Sie meine Stärken und wo meine Schwächen". Mit einbezogen werden kann hier auch Ihr Mentor aus einem Praktikum. Es ist sehr wichtig nicht nur seine eigenen Gedanken aufzulisten, sondern auch die Meinung anderer zu hören, um so ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen.
Persönliche Stärken
Um sich über Stärken und Schwächen Ihrer Person klar zu werden, gehen Sie ähnlich vor. Nur dass die Auswahl des Teams, das Sie befragen, anders strukturiert ist. Hierfür eignen sich Freunde und Familienmitglieder. Aus den aus beiden Feldern gewonnen Informationen können Sie sich nun eine detaillierte Stärken-Schwächen-Analyse erstellen. Diese Analyse hilft Ihnen, sich gegenüber Ihren Kommilitonen hervorzuheben, indem Sie dem Unternehmen besser Ihre fachlichen und persönlichen Stärken darlegen können und Sie haben die Möglichkeit sich Gedanken darüber zu machen, wie eventuelle Schwächen ausgeglichen werden können bzw. vielleicht doch auch zu Stärken werden. Hierfür könnte natürlich auch wieder ein Brainstorming angesetzt werden.

Beispiel: Fremdsprachen waren noch nie Ihre Stärke. Das rächt sich nun, da in der Stellenausschreibung nicht nur eine, sondern gleich zwei Fremdsprachen gefordert werden. Wie kann diese Schwäche zur Stärke werden? Nehmen Sie Ihre Stärkenanalyse zur Hand und versuchen Sie daraus eine Möglichkeit der Umwandlung zu finden.
Zu Ihren Stärken zählt, dass Sie sich in Studium und Praktikum schnell und flexibel in neue Aufgabengebiete eingearbeitet haben und mit Motivation und Fleiß gute Ergebnisse erzielen konnten. Die fehlenden aktuellen Sprachkenntnisse werden also mit Motivation "Ich kann mir diese Kenntnisse aneignen" aufgefangen. Da Englisch obligatorisch ist, werden Sie trotz Unistress und Bewerbungsphase aktiv, investieren zwei Stunden pro Woche und belegen einen Konversationskurs. Damit können Sie Ihre Motivation aktiv untermauern. Haben nun 100 der Bewerber auf die oben genannte Stellenausschreibung zwar bessere Kenntnisse als Sie, schlagen Sie mit Ihrer Maßnahme immerhin alle, die wenig Sprachkenntnisse haben, aber nichts dagegen tun.

Die Analyse Ihrer Stärken und Schwächen ist eine sehr wichtige Basis für den gesamten Bewerbungsprozess. Aber mindestens ebenso wichtig ist, dass Sie sich darüber klar werden, wie Ihr Karriereweg eigentlich aussehen soll. Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen? Was sollen diese ersten fünf Jahre Beruf auf alle Fälle beinhalten (Auslandsaufenthalt etc.)? Die Frage nach Groß- oder Kleinunternehmen, welche Branche, Standort etc. sind wichtige Faktoren, um effektiv interessante Stellenausschreibungen herauszufiltern. Natürlich können Sie hier die vorgenannten Kreativitätstechniken auch bei dieser Auswahl heranziehen. Um Ihnen aber weitere Möglichkeiten zu demonstrieren, wähle ich hierfür die Diskussion nach "de Bono". Eine Technik, die Sie in vielen Situationen im Berufsleben gut anwenden können.
Ziel ist es, gemeinsam in unterschiedlichen Richtungen zu diskutieren. Hierzu bedient sich de Bono sogenannter Denkhüte in verschiedenen Farben. Grün steht für die Idee und Vorschläge, gelb für die Diskussion aller positiven Aspekte hierzu, schwarz für alle negativen Aspekte, weiß erscheint immer dann, wenn zusätzliche Informationen zu einem Punkt benötigt werden. Die Diskussion kann somit auch so lange unterbrochen werden, bis alle nötigen Informationen zum Thema vorliegen. Rot steht für das Gefühl, die Intuition und blau für den Überblick und die Entscheidung.
In punkto Karriere kann diese Möglichkeit gut angewendet werden, wenn gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin darüber entschieden werden soll, ob nur eine Stelle in der Region in Frage kommt oder ob Sie auch überregional suchen können. Dadurch dass, dem Hut entsprechend, unabhängig vom persönlichen Standpunkt die positiven oder negativen Aspekte diskutiert werden, können neutrale Argumente gesammelt werden, die dann später eine Entscheidung erleichtern. In vielen Unternehmen wird diese Technik mit großem Erfolg angewendet, da Persönlichkeit und Denkleistung getrennt werden. Man wird gezwungen, auch Argumente gegen seinen eigenen Standpunkt zu sammeln. Damit wächst das Verständnis für die Gegenposition bzw. ein Überdenken des eigenen Standpunktes wird gefördert.
Sind Sie sich darüber im Klaren, wie Ihre zukünftige Karriere strukturiert sein sollte, wird es wesentlich leichter sein, geeignete Stellenausschreibungen herauszusuchen bzw. Firmen, die für eine Initiativbewerbung in Frage kommen zu bewerten. Die Frage "Warum möchte ich dort arbeiten" lässt sich wesentlich leichter beantworten.

Strukturelle Bearbeitung des Bewerbungsablaufes
Wichtig ist jetzt ein Zeit- und Aktionsplan für den gesamten Bewerbungsprozess. Um hier eine gute Struktur zu entwickeln, kann man sich einer Mind Map bedienen. Hierzu gibt es Softwarelösungen, um sich seine Mind Map auf dem Rechner zu erstellen. Man kann aber auch auf einem möglichst großen Papier (mind. DIN A3) eine gut strukturierte Mind Map erstellen.
Im Zentrum der Mind Map steht das zentrale Thema "Job finden". Von diesem Zentrum gehen Hauptäste zu den Schlüsselwörtern z.B. Informationen sammeln, Stärken-Schwächen-Analyse, Karrierewunsch, Anzeigenanalyse, schriftliche Bewerbung, Vorstellungsgespräch. Von diesen Schlüsselwörtern entwickelt man weitere Astgruppen, die sich eventuell weiter aufschlüsseln können. Wichtig: legen Sie Ihre Mind Map immer so an, das Sie waagerecht schreiben, nicht sternförmig, damit Sie die maximale Übersicht erhalten.

Entwicklung von Frageansätzen für das Gespräch mit Unternehmen
Eine Kreativitätstechnik möchte ich Ihnen noch vorstellen. Mit der sogenannten 365-Technik können Sie einen Fragenkatalog an Firmen entwickeln. Diese Technik lässt sich aber nur im Team entwickeln. Könnte also eine spannende Möglichkeit vor dem gemeinsamen Besuch einer Jobmesse mit Kommilitonen sein.
Auf einem Blatt Papier haben Sie waagerecht drei Kästchen und senkrecht sechs.
Thema: Was kann ich alles auf der Jobmesse erfragen? Jeder schreibt drei Möglichkeiten in die ersten drei waagerechten Felder und gibt den Zettel seinem Nachbarn. Der kann drei neue Fragen notieren oder die zuvor genannte Idee weiterentwickeln. Für Ideen in den jeweils drei Kästchen hat man fünf Minuten. Danach muss der Zettel weitergereicht werden. Wenn der Zettel voll ist, werden alle Zettel aufgehängt und die einzelnen Ideen können mit 1-3 Punkten bewertet werden. Man könnte dann wichtige Fragegruppen z.B. nach de Bono diskutieren. Hierbei können spannende Frageansätze entstehen, die jeder Einzelne dann auf seine persönliche Situation transferieren kann.
Vielleicht mag es Ihnen sehr ungewöhnlich erscheinen, Kreativitätstechniken zur Jobsuche zu verwenden. Aber sie stellen auch nur eine Möglichkeit dar. Und nachdem viele Wege nach Rom und somit auch viele Wege zum ersten Job führen, sollten Sie immer versuchen, nicht nur eine Möglichkeit in Betracht zu ziehen.
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Angela Resch






MBA - Die Zusatzqualifikation für den Führungsnachwuchs von morgen


Was heißt MBA?
Der "Master of Business Administration", kurz MBA, gehört im Ursprung zu einem Bereich der akademischen Ausbildung in den USA. Dort durchläuft der Student nach der High-School zunächst vier Jahre das College, welches mit dem Bachelor abgeschlossen wird. Danach schließen sich mehrere Jahre Praxis an, bevor er sich bei einer Graduate School bewirbt, um seinen Master of Business Administration zu erwerben. Als Ziel dieser Ausbildung soll erreicht werden, einen entscheidungsfreudigen Generalisten mit strategischem Weitblick und analytischen Fähigkeiten zu erhalten. Vermittelt wird praxisorientiertes betriebswirtschaftliches Denken, welches sowohl in klassischen Lehrveranstaltungen als auch durch Fallbeispiele im Team erarbeitet wird.
Der MBA ist eine Zusatzqualifikation, die dem mit theoretischem Wissen überladenen deutschen Hochschulabsolventen mit Diplomabschluss den richtigen Schliff für die Praxis im Management geben kann. Ein großer Vorteil liegt in der Internationalität dieses Zusatzstudiums. Da viele Unternehmen die Theorielastigkeit des deutschen Hochschulstudiums bemängeln, sehen sie in diesem Studiengang eine ideale Ergänzung. Viele Jahre galt dieser Abschluss als Jobgarantie für Hochschulabsolventen und wurde mit einer Promotion verglichen. Doch in der Vielfalt der Angebote sollte der Interessent darauf achten ein Programm zu wählen, das nicht nur seinen persönlichen Maßstäben entspricht, sondern es sich auch um ein akkreditiertes Programm handelt. Mittlerweile gibt es hierzu viel Informationsmaterial im Internet (www.mba-gate.de, www.mbainfo.com und www.foreignmba.com) und im Buchhandel.

MBA gibt es nicht nur in Amerika
Schon Ende der fünfziger Jahre wurde diese akademische Ausbildung nach Eu- ropa transferiert und in diesem Zuge auch europäischen Verhältnissen angepasst. Denn während in Amerika der MBA in einem zweijährigen Vollzeitstudium erworben wird, bieten viele europäische Schulen einjährige Programme an. Die Zielgruppe dieser Schulen ist der Akademiker ohne wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss. Das heißt, der Ingenieur und Naturwissenschaftler kann sein Fachwissen mit praxisorientiertem und betriebswirtschaftlichem Know-how anreichern. In der Industrie eine sehr gefragte Kombination, da der Generalist in vielen Bereichen als Favorit bei der Einstellung von Akademikern angesehen wird.

MBA ist nicht gleich MBA
Ein Interessent für den Master of Business Administration steht einer Fülle von unterschiedlichen Lehrprogrammen gegenüber. Aufklärung tut Not. Zunächst eine grundsätzliche Unterscheidung zweier Wege, um zu einem MBA-Abschluss zu gelangen:
Als Student assoziiert man mit MBA ein Aufbaustudium nach dem Diplom. Hierbei handelt es sich um den Junior MBA, welcher der klassischen amerikanischen Ausbildung entspricht. Der Junior MBA ist also trotz der Praxisorientiertheit eine weitere theoretisch-analytische Ausbildung, welche die Studiengesamtzeit verlängert. Manche Unternehmen sehen in diesem Zusammenhang wesentliche Kritikpunkte. Zum einen die eben erwähnte Verlängerung der akademischen Ausbildung, die somit die Konfrontation mit der Praxis um ein bis zwei Jahre verlängert. Zum anderen lässt sich der zum General Manager ausgebildete Jungakademiker meist schwerer in die unternehmensinternen Teams integrieren, da er sich als abgehobene Elite sieht.
Eben schon angeschnitten variiert die Studienlänge der einzelnen Programme. Die älteste Form ist das zweijährige Vollzeit-Studium aus den USA. Als Variante bieten einige europäische Schulen und Universitäten auch einjährige Programme an. Jedoch geht das Motto "In der Kürze liegt die Würze" nicht immer auf. Die kurze europäische Variante ist zwar intensiver, aber nicht sehr breit und detailliert angelegt. Die Theorie rückt in den Vordergrund, zu Lasten der Praxis. Die Besonderheit des MBA-Abschlusses kann dadurch verloren gehen.

Als dritte Möglichkeit seien noch die Part-Time-Programme erwähnt, die vor allem in den USA verbreitet sind. Sie wenden sich an Teilnehmer, die während des Studiums arbeiten müssen, um sich das stattliche Studiengeld zu finanzieren. Diese Variante findet sich allerdings an Top-Schulen Amerikas und Europas nicht im Angebot.

Für wen ist der Junior MBA wichtig?
Ob die zeitlichen und kostenintensiven Investitionen sinnvoll sind, hängt von der fachlichen Qualifikation, dem angestrebten Karriereweg und dem Alter ab. Ein Ingenieur, der eine Managementkarriere anstrebt, ist mit einem MBA sicher gut bedient. Als Betriebs- oder Volkswirt lohnt sich dieser Ausbildungsweg nur mit einem guten Diplom in der Tasche, um dann an eine Top-Business-Schule zu gehen. Für den Einstieg im unternehmensberatenden Sektor zum Beispiel, könnte ein MBA-Abschluss nach dem Studium auch für den Betriebswirt sinnvoll sein. So entscheiden sich die Betriebswirte häufig für den Junior MBA gleich im Anschluss an das Studium, um mit Praxis und Internationaliät Ihrem Abschluss den lezten Schliff zu geben. Die Executive-MBA-Ausbildung, auf die später noch näher eingegangen wird, ist dafür umgekehrt von den Ingenieuren stärker bevorzugt. Sie sehen im MBA die Grundlage für eine Umorientierung in Richtung Management, während der Betriebswirt es als Zusatzqualifikation betrachtet, die ihn von den anderen abhebt.
Wer den MBA nach dem Studium plant, sollte sich nicht nur nach guten Schulen bzw. Programmen erkundigen, sondern auch bei den Unternehmen der für sich angestrebten Branche, wie hoch der MBA- Abschluss im unmittelbaren Anschluss an das Studium als Einstellkriterium bewertet wird. Denn eine Überfrachtung an theoretischem Wissen, und das ist und bleibt der MBA trotz aller Praxisnähe, kann auch zum Hemmschuh im Bewerbungsmarathon werden, wenn zum Beispiel die von Unternehmensseite gefürchtete "Überqualifizierung"
bedacht wird. Also wichtig: Nicht nur die Angebote der Schulen auf Herz und Nieren prüfen, sondern auch mit Unternehmen Kontakt aufnehmen.

Ein Gefangener im Labyrinth der Angebote
Was dem wirtschaftswissenschaftlichen Studium an deutschen Universitäten und Fachhochschulen fehlt, ist die Praxis. Somit ist eine fundierte Praxisorientierung des MBA-Programmes immens wichtig und sollte bei der Auswahl eine hohe Priorität genießen. In Punkto Praxisnähe haben die europäischen Business-Schulen die Nase vorn, denn sie verfügen über engere Beziehungen zur Wirtschaft. Einige europäische Schulen wurden von der Wirtschaft selbst gegründet, dies jedoch mehr im Hinblick auf die Ausbildung des Executive MBA, der später noch näher besprochen wird.
Wer sich für einen Master of Business Administration entschließt, steht vor der Qual der Wahl: Welche Schule, welches Programm ist das Richtige. Aufwändige, farbig bedruckte Prospekte versprechen gern das Superprogramm mit anschließend garantierter Karriere im oberen Management. Doch um den richtigen Weg einzuschlagen, tut intensive Recherche Not. Ob Amerika oder Europa: Gute Schulen unterwerfen sich den Richt-linien von Zentralorganisationen, die einen Mindeststandard der Lehranstalten und -programme garantieren. Für Amerika hat die American of Collegiate Schools of Business (AACSB), die von 14 führenden Business Schools gegründet wurde, die Aufgabe übernommen, Richtlinien für die Akkreditierung von Business-Schulen zu setzen. Das System der Akkreditierung basiert auf einer externen Überprüfung der Lehreinrichtung und der angebotenen Programme. Sie garantiert dem Studenten ein Mindestmaß an Qualität und schützt vor schwarzen Schafen. Informationen zur Akkreditierung von amerikanischen Business-Schulen erhält man beim AACSB, 600 Emerson Road, Suite 300, St. Louis MO 63141-6762, USA, Fax: 001 314 8728495.

Für Europa hat die European Foundation for Management Development (efmd) die Aufgabe der Festlegung des Akkreditierungsstandards übernommen. Von dieser Institution erhält man Informationen zu Schulen und deren Programme sowie eine interessante Liste von Publikationen rund um das MBA. Der efmd gibt die Informationen von über 350 Schulen aus 26 europäischen und 15 weiteren Ländern weiter: efmd, Rue Gachard 888, B - 1050 Brüssel, eMail info@efmd.be, Internet: www.efmd.be
Wer sich für Programme in Deutschland, Österreich und der Schweiz interessiert findet alle wichtigen Informationen im MBA-Guide (Luchterhand Verlag, Ausgabe 2005), der jedes Jahr neu erscheint, oder über die Internetseite www.mba-info.de

Doch mit der Auswahl der guten Schule ist die Recherche noch nicht am Ende. Der Punkt der Anerkennung des Abschlusses in Deutschland, bzw. im jeweiligen Bundesland muss abgeklärt werden. Denn nicht jeder MBA-Abschluss darf als Titel geführt werden. Informationen hierzu erhält man bei der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK), Internet www.kmk.org oder bei den jeweiligen Kultusministerien der einzelnen Bundesländer. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz werden die akkreditierten Programme sehr gut auf der Seite, der FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) www.mba-info.de aufgelistet.
Wer sich auf Messen über die Programme europäischer und amerikanischer Hochschulen informieren möchte, erhält Informationen unter www.mba-gate.de.

Zulassungstests und Studiengebühren
Voraussetzung für die Zulassung ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Im weiteren wird ein Test für Ausländer gefordert, um die Beherrschung der Sprache(n) des jeweiligen MBA-Studienganges nachzuweisen. Als weiteres ist in Europa und den USA der Graduate Management Administration Test (GMAT) gefordert. Dabei handelt es sich um einen Multiple-choice-Test, der dreieinhalb Stunden dauert. Abgefragt wird kein Spezialwissen, sondern die allgemeinen Ausdrucks- und Problemlösungsfähigkeiten. Der Test wird an Businessschulen angeboten. Eine gute Vorbereitung durch Selbststudium oder Kurse lohnt sich.
Die Studiengebühren für die einzelnen MBA-Programme gestalten sich sehr unterschiedlich. So verlangen die besten amerikanischen Business Schulen ca. 17.000 Dollar pro Jahr und ein einjähriger Kurs bei der französischen INSEAD beläuft sich auf ca. 30.000 Euro, inklusive Lebensunterhalt. Teilzeit-Studiengänge oder Fernkurse sind sehr viel billiger, aber natürlich auch nicht so anerkannt.
Einige Banken bieten spezielle Finanzierungsmöglichkeiten an und es gibt auch Stipendien. Schnell wird einem trotzdem klar, warum der nachfolgend beschriebene Weg des Executive-MBA-Abschlusses schon aus dem finanziellen Grund interessanter wird.

MBA als berufsbezogenes Weiterbildungsprogramm
Immer interessanter für Akademiker wird der Executive MBA, der von vielen Unternehmen angesehen und gefördert wird. Hierbei handelt es sich um eine Weiterbildungsmaßnahme, die nach einigen Jahren Berufspraxis vor Übernahme einer leitenden Managementfunktion dazwischengeschaltet wird. Eigentlich kommt diese Version dem ursprünglichen Modell der MBA-Ausbildung in den USA am nächsten. Denn hier absolviert der Student nach dem College ja auch erst ein paar Jahre in der Praxis, bevor er den Master of Business Administration erwirbt. Die Vorteile sind leicht zu ersehen. Die Studienzeit wird nicht unnötig in die Länge gezogen, mit Praxis im Hintergrund lassen sich die Fallbeispiele in den MBA-Programmen fundierter bearbeiten und im eigenen Unternehmen gleich anwenden. Beim Executive MBA wechseln sich on-the-job mit off-the-job Lernphasen ab. Die Auswahl der Teilnehmer basiert nicht nur auf formalen Zulassungsbedingungen, sondern legt Wert auf in der Praxis nachgewiesenes Managementpotential. Die europäischen Schulen sind beim Modell des Executive MBA innovativer als die amerikanischen Business Schulen. In den USA zählt die jahrzehntelange Tradition der klassischen Ausbildung des Junior MBA.

Grundsätzlich sind zwei Arten der Executive-MBA-Ausbildung zu unterscheiden. Zum einen die offenen MBA-Programme, die sich an einzelne Führungskräfte wenden und nach einem standardisierten Zeit- und Studienplan ablaufen. Und zum anderen sogenannte Company-Programme, bei denen die Business Schule ein auf die Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnittenes Programm entwickelt.
Ein Executive MBA-Programm kann als Part-time-Programm gestaltet werden, das heißt, die Schule wird abends und an Wochenenden besucht oder als modulares Programm, bei dem man sich einige Wochen in der Firma und einige Wochen in der Schule befindet. Vorteil der zweiten Version liegt in der hohen Verträglichkeit zwischen Ausbildung und Beruf und der Möglichkeit der intensiven Teamarbeit während der Lernphasen. Ein weiterer Punkt ist die Unabhängigkeit vom Standort der Schule. Eine hohe Internationalität ist somit gewährleistet.
Eine weitere Methode sind Distance-Learning-Programme. Das heißt, es wird im Rahmen eines Fernstudiums gelehrt. Der Nachteil ist die geringe Praxisorientierung, da sich kaum Möglichkeiten des so wichtigen Austausches in der Teamarbeit ergeben. Auch leidet die Internationalität des Programmes. Vorteil ist die hohe Flexibilität und der nicht anfallende Arbeitsausfall. Aber auch vom zeitlichen Faktor wirkt das Distance-Learning-Programm wenig attraktiv. Während sich die zwei vorgenannten Modelle in zwei bis drei Jahren absolvieren lassen, müssen beim Fernstudium bis zu fünf Jahre eingeplant werden.

Abschließend soll gesagt werden, dass der MBA-Abschluss für Naturwissenschaftler und Ingenieure in den kommenden Jahren sicher immer wichtiger wird. Die Wirtschaft benötigt in der jetzigen Situation weniger den Forscher und Entwickler, sondern einen marktorientierten Mitarbeiter, der neben der forschenden, bzw. entwickelnden Tätigkeit die globalen Strukturen der Wirtschaft im Kopf hat. Und der durch die immer mehr fortschreitende Globalisierung der Märkte ein hohes Maß an Internationalität mitbringt.
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Angela Resch





Karriere in der Wissenschaft:
Mit dem Master zur Promotion und dann?


Studenten sind heutzutage schon früh dazu aufgerufen die Weichen für ihre Karriere zu setzen. Bereits mit dem Abschluss des Bachelors kann der Weg in die Wirtschaft erfolgen, doch sind die Karriereziele ohne weitere zielorientierte Weiterbildung schnell begrenzt. Nicht umsonst setzen die meisten Bachelorabsolventen gleich den Master obendrauf. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Masters stellt sich nun wiederum die Frage in die Wirtschaft zu gehen oder eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen und zu promovieren. In dem folgenden Artikel erhalten Sie Tipps und Denkanstöße zur Planung, Themenfindung, Bewerbung und Finanzierung der Promotion sowie zum weiteren Verlauf der Karriere in der Wirtschaft und der wissenschaftlichen Karriere bis zur Professur.

Mit der Promotion in die Wirtschaft
Die Promotion kann in einigen Bereichen für eine Karriere in der Wirtschaft relevant sein. Zum Beispiel ist sie in der angewandten Forschung oft Voraussetzung. Deshalb promovieren Absolventen aus den Naturwissenschaften, aber auch vielen anderen Studiengängen mit dem Ziel einer Karriere in der Wirtschaft. Planen Sie eine Karriere in der Wirtschaft, sollte sich dies aber in der Themenauswahl und in der Art und Weise der Durchführung wiederspiegeln. Praxisbezug ist gefragt. Das bezieht sich nicht nur auf das Thema der Arbeit, sondern auch auf die Tätigkeit zur Finanzierung und das Netzwerk, dass während der Promotionsphase gebildet werden sollte. Kontakte zu zukünftigen Arbeitgebern können gar nicht früh genug geknüpft und gepflegt werden. Diese Aspekte sollten bei der Wahl des Doktorvaters bzw. des Promotionsprogramms berücksichtigt werden.

Promotionsstudiengang, -programm oder traditionelle Promotion?
In Deutschland hat sich der Ph.D. noch nicht durchgesetzt, denn die traditionelle Promotion „Made in Germany“ genießt innerhalb Deutschlands ein hohes Ansehen. Abgesehen davon sind beide Abschlüsse als gleichwertig zu betrachten und bei einer geplanten internationalen Karriere dürfte der Ph.D. sogar von Vorteil sein, da seine Anerkennung im internationalen Umfeld gegeben ist.
Wie Sie promovieren sollten Sie jedoch hauptsächlich von Ihrer ganz persönlichen Arbeitsweise abhängig machen.

Promotionsstudiengang und -programm
Ein Promotionsprogramm oder –studiengang bietet klare Strukturen, einen Zeitrahmen und damit auch einen gewissen Zwang sich mit dem Thema zu beschäftigen. Netzwerke können durch die Rahmenveranstaltungen und den strukturierten Kontakt zuanderen Promovenden gut gebildet und gefestigt werden. Sicherlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Ein Promotionsprogramm bzw. universitärer Promotionsstudiengang dauert in der Regel drei Jahre. Wobei der Promotionsstudiengang einen verpflichtenden Curriculum beinhaltet. Neben der Promotionsarbeit, die natürlich entsprechend betreut wird, erfolgt hier eine Vergabe von Credit Points für besuchte Veranstaltungen. Erfolgreich abgeschlossen ist das Programm also in der Kombination von einer vorgegeben Anzahl an Credit Points und der erfolgreich verfassten Promotionsarbeit.
Promotionsprogramme hingegen haben keinen so strikten Seminarplan. Es besteht bei einigen Programmen durchaus die Möglichkeit diese berufsbegleitend zu absolvieren, da die Präsenzphasen im Block angeboten werden. Dies erleichtert auch die Finanzierung. Bei Promotionsprogrammen ist die Praxis oft mit inbegriffen, da diese gerne an Forschungsprojekte gebunden werden. Somit ist die Finanzierung erleichtert. Bei einem Promotionsstudiengang muss selbst für die Finanzierung gesorgt werden. Gewünscht ist bei Promotionsprogrammen ein Abschluss in drei Jahren, jedoch kann das Programm auf bis zu fünf Jahre ausgedehnt werden.

Traditionelle Promotion
Trotz dieser Vorteile promovieren über 90 % in Deutschland nach dem traditionellen Modell. Es verlangt vom Doktoranden eine gehörige Portion Eigenmotivation, Durchhaltevermögen und Selbstständigkeit. Die Doktoranden der traditionellen Promotion gelten als Einzelkämpfer. Eine Eigenschaft, die einem durchaus liegen muss.
In der traditionellen Promotion promoviert der Doktorand individuell an einer Fakultät zu einem selbst gewählten Thema. Ziel ist die Erstellung und Veröffentlichung der Dissertation. Die Finanzierung erfolgt nicht selten über eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät. Betreut wird der Doktorand vom Doktorvater, einem Professor der Fakultät.

Thema finden
Motivation, Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen wird schon bei der Suche nach dem Doktorvater auf die Probe gestellt. Zuerst sollte jedoch ein geeignetes Thema gefunden werden. Dies kann zwei bis drei Monate Zeit in Anspruch nehmen. Immerhin muss ein neues relevantes Forschungsthema generiert werden, welches einen Doktorvater überzeugt und besonders auch einen selbst bis über beide Ohren fasziniert. Auf der Webseite des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) – www.forschungsportal.net finden sich Dissertationsthemen aus dem Bestand der Deutschen Bibliothek.

Doktorvater finden
Gehen Sie eigenständig auf die Suche nach einem Doktorvater und begeben Sie sich nicht in die Hände eines Promotionsberaters. Verlassen Sie sich auf Ihre eigene Motivation und Einschätzung. Hier ein paar Anhaltspunkte für die Suche. Der Doktorvater nimmt eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Arbeit ein. Er ist Experte, Mentor und nicht selten auch Vorgesetzter. Die Chemie im Miteinander muss stimmen. Darüber hinaus sollte der Doktorvater in spe ein Experte auf dem Gebiet des gewählten Themenfeldes sein. Ein Check der veröffentlichten Publikationen kann hier Auskunft geben. Die Betreuungsqualität kann zum Beispiel im Gespräch mit ehemaligen Doktoranden geprüft werden oder im Hinterfragen wie strukturiert die Betreuung erfolgen wird (Doktorandenkolloquien etc.).
Um mögliche Professoren und Fakultäten zu finden, kann das Netzwerk der eigenen Hochschule von Bedeutung sein. Recherche und die Einbindung von Kontakten ist insgesamt sehr wichtig. Hilfreich kann auch die Webseite des Hochschulkompass sein www.hochschul-kompass.de . Vor der Bewerbung sollte genau geprüft werden, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Dies wird von Hochschulen und Fakultäten ganz unterschiedlich gehandhabt. Auch wenn die Suche aufwendig ist, lohnt sich die Recherche, um die Voraussetzungen und die Betreuung zu finden, die die eigene Forschungsarbeit beflügeln und nicht behindern.

Natürlich wählen Sie auch beim Promotionsstudiengang bzw. –programm das Thema selbst. Bei der Wahl der Universität bzw. der Graduiertenschule muss berücksichtigt werden, dass sich das Thema in die Forschungslandschaft des Instituts einfügt. Es gibt Ausschreibungen für Themengebiete, in denen die Institute forschen möchten. Wichtig ist auch, dass die zur Verfügung stehenden Betreuer fachlich weiter helfen können. Somit sollten ähnlich wie bei der Suche nach dem Doktorvater Veröffentlichungen recherchiert und die Betreuung hinterfragt werden.

Erfolgreich bewerben bei Promotionsstudiengang, -programm und Doktorvater
„Wie ich in den Wald hinein schreie, so hallt es wieder heraus.“ - Knigge ist gefragt bei der Ansprache und Bewerbung. Wichtig ist eine individuell gestaltete Anfrage. Standardisierte E-Mails haben wenig Chance. Ein großes Augenmerk sollte auf das Anschreiben gelegt werden. Hier steht die Motivation und Faszination für das eigene Thema im Vordergrund und natürlich sollte das eigene Fachwissen fundiert dargestellt werden. Ein Anschreiben für einen Hochschullehrer oder ein Promotionsprogramm und -studiengang darf, im Gegensatz zu einem Anschreiben an ein Unternehmen, gerne bis zu zwei Seiten umfassen. Somit bietet sich genügend Raum Motivation, Thema und Kompetenz zu beleuchten.
Ein Lebenslauf als weiterer Bestandteil der Bewerbung ist immer tabellarisch und umfasst um die zwei Seiten. Schwerpunkt bildet natürlich der akademische Hintergrund. Relevante Projekte oder Seminare aus dem Studium sollten erwähnt werden. Ein Bild ist nicht verpflichtend, wird aber in Deutschland immer noch gerne gesehen. In die Anlagen gehören natürlich die Hochschulzeugnisse und wenn vorhanden, macht sich ein Referenzschreiben eines früheren Professors immer gut.

Bei Initiativanfragen sollten die Bewerbungsunterlagen nicht einfach verschickt werden. Einer vorgeschalteten telefonischen Anfrage ist immer Vorzug zu geben. Gehen Sie so individuell wie möglich vor und bereiten Sie jedes Gespräch durch eine gute Recherche zur Fakultät und dem Professor vor. Nur mit fundierten Informationen und einer guten Darstellung Ihres Themas und Ihrer Person können Sie Interesse wecken und überzeugen.

Finanzierung der Promotion
Bei der traditionellen Promotion und bei einigen Promotionsstudiengängen sind Sie in der Regel selbst für die Finanzierung verantwortlich. Eine gute Möglichkeit bietet sich in einer Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät. Leider sind diese Stellen häufig zeitlich befristet. Es ist also sicherzustellen, dass die Promotion in diesem Zeitraum abgeschlossen werden kann oder Alternativen zu Verfügung stehen. Informationen zur Bezahlung (TV-L) kann über http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/ abgefragt werden.
Nicht immer werden Vollzeitstellen angeboten und somit ist eine weitere Geldquelle zu finden. Hier könnten Stipendien weiterhelfen, wie zum Beispiel die Studienstiftung des Deutschen Volkes. Dieses unterstützt Doktoranden über drei Jahre mit etwa 1.000 Euro im Monat. Deutschland verfügt über eine vielfältige Stiftungslandschaft. Jedoch knüpfen die Stiftungen eine Vergabe an Kriterien wie gewisse Altersgrenzen oder bei kirchlichen Stiftungen die Religionszugehörigkeit. Auch ist die finanzielle Unterstützung immer zeitlich begrenzt.
Einfacher gestaltet sich die Finanzierung bei den strukturierten Promotionsprogrammen an Graduiertenschulen oder einigen Promotionsstudiengängen. Hier bewirbt man sich dann nicht nur für das Programm, sondern zeitgleich für die finanzielle Förderung. Bei einer Zusage ist die Finanzierung gesichert. Man wird dann entweder über ein Stipendium gefördert oder kann eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter antreten. Diese Förderung ist jedoch an die Regelzeit des Programms von meist drei Jahren gebunden. Absolventen aus dem Ausland, die in Deutschland promovieren wollen und eine finanzielle Unterstützung benötigen, wenden sich für eine Förderung am besten an den DAAD.

Promotion geschafft – Wie geht es jetzt weiter?
Wer sich nach seiner Promotion in die Wirtschaft orientiert, greift am besten auf sein in der Zeit der Promotion gut gefülltes und gepflegtes Netzwerk und natürlich die vielen Stellenbörsen, Jobmessen etc. zurück. Auch bei guter Arbeitsmarktlage sollte die Jobsuche bis zu einem halbem Jahr vorher in Angriff genommen werden. Gerade in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereichen sollte ein nahtloser Übergang angestrebt werden. Wissen veraltet in unserer heutigen Gesellschaft schnell. Wenn die Jobsuche nach der Promotion länger hinzieht, ist es immens wichtig das Fachwissen aktuell zu halten.

Karriere in der Wissenschaft
Der klassische Karriereweg nach der Promotion führt in die Wissenschaft und mündet in eine Professur. Eine Karriere in der Forschung mag steinig sein, bedeutet aber auch eine spannende Karriere, die durch die Freiheit der Forschung immer wieder neue Aspekte bereithält. Wer eine Karriere in der Forschung anstrebt, muss Durchhaltevermögen haben, darf nicht vor Niederlagen zurückschrecken und sollte beständig seinen Weg verfolgen. Eine unverwüstliche Begeisterung für das eigene Fachgebiet ist unbedingt erforderlich. Das Ziel, die Professur, will hart erarbeitet sein. Meist erst mit über 40 Jahren ist die Habilitation erreicht und eine Professur möglich.
Der Weg dorthin führt durch eine Lanmdschaft meist zeitlich befristete Postdoc Stellen an unterschiedlichen Orten. Somit ist eine Karriere- und Lebensplanung kaum möglich. Darüber hinaus gestaltet sich die Stellensuche innerhalb Deutschlands problematisch, da es hier besonders wenige attraktive Stellen unterhalb der Professur gibt.

Die Habilitation gilt immer noch als der übliche Weg zur Professur. Eine Habilitationsschrift oder vergleichbare Leistungen, die sich in Veröffentlichungen manifestieren, können je nach Habilitationsordnung und Fachbereich zum erfolgreichen Abschluss führen. Wer es geschafft hat, darf an deutschen Hochschulen selbstständig lehren und forschen.

Ein weiterer Weg führt über die Juniorprofessur. Hier erfolgt eine Anstellung zunächst auf drei Jahre und mündet in eine Zwischenevaluation. Wird diese erfolgreich absolviert, wird das Arbeitsverhältnis um drei Jahre verlängert. Danach wird eine weitere Evaluation durchgeführt. Es besteht dann die Möglichkeit einer Dauerprofessur (Tenure Track), wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.
Eine Förderung der Forschung und Lehre z.B. durch das Emmy Noether-Programm ist ein alternativer Weg, der in die wissenschaftliche Selbstständigkeit führen kann. Für die fünfjährige Förderung kann man sich nach der erfolgreichen Promotion sowie absolvierter Auslandserfahrung und zwei Jahre Berufserfahrung bewerben. Ziel ist die Befähigung zum Hochschullehrer (Infos unter www.dfg.de, Stichworte Forschungsförderung und Emmy Noether-Programm).

Der letzte Schritt – Die Berufung
Fachwissen allein genügt nicht, um eine der begehrten Stellen zu bekommen. Beziehungen und das schon mehrfach erwähnte Netzwerk spielen eine große Rolle. In den Jahren als Nachwuchswissenschaftler kann ein Mentor, aber auch der gelungene Auftritt auf der wissenschaftlichen Bühne bei Tagungen und Kongressen wichtige Bausteine sein. Um voranzukommen bedarf es, wie schon angemerkt, Ausdauer, Geduld, aber auch Mut und feste Überzeugung in dem eigenen Weg.

von Angela Resch


Links und Informationen auf einen Blick:

Weiterführende Links, allgemeine Informationen, Gesetzestexte: www.bmbf.de

Dissertationsthemen und Informationen rund um die Promotion: www.forschungsportal.net

Informationen zu Promotionsprogrammen etc.: www.hochschul-kompass.de

Wiki-Portal für Promotion, Habilitation etc., Infos und Möglichkeiten zum Austausch:
www.hochschulkarriere.de

Forschungsförderung in der Promotion und danach: www.dfg.de, www.daad.de

Tarifgehälter im öffentlichen Dienst: http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/

Webportal von Die Zeit: www.academics.de