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Klartext – Wie uns Kommunikation gelingt
Schnell eine Mail, ein Small-Talk, ein Telefonat,
... Wir kommunizieren immer mehr und denken
dabei immer weniger. Ein großer Teil unserer
täglichen Kommunikation verpufft dabei wirkungslos
– zurück bleiben oft ratlose oder zutiefst
erheiterte Empfänger. Missverständnisse sind
an der Tagesordnung. Der Kommunikationsexperte
Hans Eigenmann erläutert in seinem neuen
Buch, wie Sie KLARTEXT denken und sprechen.
Denn nur so gewinnen Sie Respekt und erreichen
Ihre Ziele – auch in schwierigen Situationen.
Unsere Kommunikation und unser Umgang miteinander
haben sich verändert. Wir kommunizieren zwar
viel und häufig, doch das meiste verpufft
ohne (die erwünschte) Wirkung. Ob Small-Talk,
Verkaufsgespräch, Brief oder E-Mail: Häufig
plaudern wir einfach drauflos und kommen
nicht auf den Punkt. Sachgerechte, klare,
offene und ehrliche Kommunikation ist selten.
Worthülsen, Leerformeln und nebulöse Verschleierungen
sind Auslöser von Missverständnissen oder
verhindern, dass unsere Botschaften ankommen.
Der Kommunikationstrainer Hans Eigenmann
zeigt in seinem Buch im Klartext auf, wie
Sie – vom Auszubildenden über die Mitarbeiterin
im Kundendienst und den Verkäufer bis hin
zum Chef – zukünftig Überzeugungskraft entfalten,
Kommunikationsfallen umgehen, präzise und
situationsgerecht formulieren und dadurch
einfach besser ankommen.
Stichworte aus dem Inhalt:
- Wie gehe ich mit anderen Menschen um?
- Mit welchen Typen habe ich zu tun?
- Die gängigen Kommunikationssituationen und
ihre Stolpersteine.
- Wie tickt mein Gegenüber und was heißt das
für mich?
- Klartext reden – und schreiben!
- Zum Verhalten gehört nicht nur die Sprache.
- Wenn es schief gegangen ist: Beschwerden
und Reklamationen.
Die Sprache ist die Quelle
aller Missverständnisse."
[Antoine de Saint-Exupéry]
Hans Eigenmann
Klartext - Wie uns Kommunikation
gelingt
Gleich bei Amazon bestellen:

Brainteaser im Vormarsch
Da sitzen Sie nun im Vorstellungsgespräch
und haben sich auf fachfragen vorbereitet.
Da stellt Ihnen der Abteilungsleiter folgende
Aufgabe: Eineinhalb Hühner legen in eineinhalb
Tagen eineinhalb Eier. Wieviele Eier legt
ein Huhn an einem Tag? Der Schock ist zunächst
groß, da Sie sich in Ihrem Studium selten
dem Legeverhalten von Hühnern gewidmet haben.
Doch neben Ihren mathematischen Fähigkeiten
beim simplen Dreisatz möchte man auch Ihre
Transferkompetenzen testen. Na dann mal los!
Diese und viele andere "Brainteaser",
die Bestandteil der Auswahlverfahren im AC
oder bei Beratungsunternehmen sind, finden
Sie im Insider Dossier von squeaker.net.
"Brainteaser im Bewerbungsgespräch" heißt der Ratgeber, der für Euro 16,90 (ISBN 3-9809074-2-2) im Buchhandel oder im Internet www.squeaker.net zu bekommen ist.

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Die Ad-Hoc Präsentation
von Anita Herrmann-Rues
Wer Karriere machen will, sollte nicht nur
exzellente Leistungen liefern - er sollte
sie auch kommunizieren können. Denn die große
Kunst besteht darin, die eigenen Leistungen
ins rechte Licht zu rücken. Was bietet sich
also mehr an als in der kurzfristig einberufenen
Teamsitzung, dem Projektreffen oder im vier-Augengespräch
mit dem Chef mit einer kleinen Präsentation
für den der Aha-Effekt zu sorgen. Rhetorik-
und Präsentationsexpertin Anita Hermann-Ruess
verrät, wie man auch in adhoc-Präsentationen
ohne große Vorbereitung charmant und wirkungsvoll
mit Substanz begeistert.
Angenommen, Sie haben in 10 Minuten ein Meeting
mit Ihrem Vorgesetzten und Ihren Kollegen.
Es wurde spontan einberufen, da ein neuer
Großkunde eine Anfrage gestellt hat, und
nun geht es um die Strategie, wie das Team
den Kunden gewinnen, begeistern und langfristig
halten kann. Ich empfehle Ihnen, diese 10
Minuten vor dem Meeting effektiv und mit
System zu nutzen – denn hier entscheiden
Sie über Ihr Image, Ihre Karrierechancen
und Ihre Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten.
Auch wenn es hart klingt, so zeigt doch meine
Erfahrung als Kommunikationsexpertin: Gewinner
haben immer einen Plan, auch wenn sie noch
so wenig Zeit haben. Nutzen Sie die folgenden
6 Schritte, um auch in Adhoc-Präsentationen
Ihre Botschaften so zu verankern, dass sie
bleibenden Eindruck hinterlassen, positiv
nachwirken und präzise Entscheidungen herbeiführen.
Wenn ganz wenig Zeit ist, dann nehmen Sie
die 6 Schritte wörtlich und klären auf dem
Weg zu Ihrem Meeting innerlich zumindest
die ersten drei Schritte: Ziel, Kernbotschaft,
Struktur. Das ist mehr als die meisten anderen
tun und somit werden Sie mit Ihren Ideen
Gehör finden und Vorgesetzte oder Kunden
gewinnen.
Haben Sie ein belohnendes Ziel vor Augen?
„Was möchte Sie konkret erreichen?“
Menschen ohne Ziel wirken planlos, schwach
und wenig überzeugend. „Wenn nicht einmal
sie wissen, was sie wollen, warum sollen
wir ihnen dann folgen?“ fragen wir uns unbewusst.
Klare Ziele machen Sie überzeugungsstark,
weil sie eine motivierende Wirkung haben.
Fragen Sie sich also: „Was möchte ich wirklich
in diesem Meeting erreichen?“ Je ehrlicher
Sie diese Frage beantworten, umso mehr positive
Antriebsbotenstoffe schüttet Ihr Körper aus
und stimmt sie optimal auf die Herausforderung
ein. Sie werden als Mensch mit positiver
Energie wahrgenommen, der weiß, was er will,
und andere mitnehmen und begeistern kann.
Ihr Ziel sollte voll und ganz auf Ihre Persönlichkeit,
Ihre Wünsche, Ihre Stärken zugeschnitten
sein. Es sollte, in der Sprache der Neurorhetorik,
ganz auf Ihr eigenes Antriebs- und Belohnungssystem
einzahlen. Denn nur für belohnende Ziele
lohnt es sich rhetorisch zu kämpfen. Ihre
Augen sollten leuchten, wenn Sie an das Ziel
denken. Somit sind Sie authentisch und werden
als ehrlicher und sympathischer Mensch wahrgenommen.
Im oberen Beispiel könnte solch ein motivierendes
Ziel heißen:
„Ich überzeuge meinen Vorgesetzen und das
Team von meiner Idee, diesen Kunden zu gewinnen!
Meine Idee: Statt langweiliger PowerPoint-Präsentationen
beim Kunden laden wir den Kunden ins Headquarter
zu einer faszinierenden Stationen-Präsentation
ein“.
Bestimmen Sie drei treffende Argumente! „Was
überzeugt den/die Entscheider?“
Erfolgreiche Kommunikatoren tappen nun nicht
in die Falle, in die 80% der Menschen tappen:
weiterhin auf das eigene Antriebs- und Belohnungssystem
einzuzahlend. Sie fragen nicht „Was hat mich
überzeugt?“ – in unserem Fall sind „Neue
Wege gehen, Faszination, Spannung, Abwechslung“.
Sie fragen „Was kann meinen Gegenüber überzeugen?“
Und sie wissen, dass dieser ganz andere Entscheidungskriterien
und Belohnungsmuster haben kann als man selbst.
Deshalb übersetzen sie ihr Ziel in den Nutzen,
den dieses Ziel für ihr Gegenüber hat. Ihre
Sätze fangen nicht mit „Ich …Ich…Ich …“ an,
sondern sie nutzen die Zauberworte „Für Sie…für
das Team… für das Unternehmen“. Sie tappen
auch nicht in die Falle, alle möglichen Argumente
die ihnen durch den Kopf gehen laut auszusprechen.
Das würde Ihre Argumentation schwächen, da
unter vielen Argumenten immer ein angreifbares
dabei. Das Gießkannenprinzip, also viele
Argumente wahllos auf die Teilnehmer zu gießen,
führt auch dazu, dass die Teilnehmer zum
Schluss wie begossene Pudel dasitzen. Das
schadet nicht nur dem Image, das führt auch
dazu, dass unsere Ideen nicht überzeugen
und wir somit unsere Welt nicht aktiv mitgestalten
können. Gute Kommunikatoren suchen drei bis
vier treffende Argumente aus, die genau in
das Belohnungssystem ihres Gegenübers treffen.
Angenommen, der Vorgesetzte in unserem Beispiel
mag keine neuen Ideen und auch kein Risiko
eingehen, dann wäre es kontraproduktiv von
„Neue Wege gehen, Faszination, Spannung,
Abwechslung“ zu schwärmen. Das wäre der Tod
für diese Idee, da diese Werte auf sein Bestrafungssystem
einzahlen, denn „Neu“ wird unbewusst gleichgesetzt
mit „Risiko“. So eine selbstbelohnende Argumentation
würde bei diesem Vorgesetzten zu Einwänden,
Widerstand und Ablehnung führen, denn seine
Werte sind Sicherheit, Kontrolle und Vorsicht. Es wäre in diesem Fall viel sinnvoller,
so zu argumentieren und zu präsentieren:
- Eine Stationen-Präsentation macht die Auftragsgewinnung
sicherer, weil… (Studie der University of California)
- Wir haben die Kontrolle über den Ablauf, weil … (genauen Plan)
- Wir können nichts falsch machen, denn auch
die Mitbewerber nehmen Abstand von PowerPoint-Folienschlachten,
weil …(Benchmark)
Argumentieren bedeutet eigene Ziele und Ideen
in die Sprache der anderen zu übersetzen.
Wären alle gleich wie Sie, würden alle die
gleichen Werte und Entscheidungskriterien
besitzen, dann müssten Sie niemanden von
sich und Ihren Ideen überzeugen.
Verschießen Sie Ihr Pulver nicht zu früh!
Wann ist der richtige Zeitpunkt, die Initiative
zu ergreifen?
Platzen Sie nicht sofort mit Ihren Ideen
heraus. Wenn Sie im Meeting sind, agieren
Sie auf zwei Ebenen: der inhaltlichen und
der strukturellen. Übernehmen Sie auf der
Ebene der Struktur die Initiative, machen
Sie Vorschläge zur Tagesordnung, zur Organisation,
stellen Sie Fragen, hören Sie zu, ergänzen
Sie die Vorschläge der anderen. Erstens gewinnen
Sie die Sympathie der Menschen, denn Menschen,
die gut zuhören können, werden nachweislich
als sympathischer wahrgenommen. Zweitens
erhalten Sie wichtige Informationen über
die Werte, Entscheidungskriterien und Bedürfnisse
der Entscheider. Und drittens übernehmen
Sie Initiative und Verantwortung und zeigen
Führungsstärke, ohne die Beziehungsebene
zu belasten. Inhaltlich steigen Sie eher
spät in die Diskussion ein und verschießen
so Ihr argumentatives Pulver nicht zu früh.
Nur so können Sie in Ruhe Informationen sammeln,
Bündnisse schließen, Widersacher ins Boot
holen. Verknüpfen Sie Ihre Ideen mit den
Ideen, die bis jetzt im Raum stehen. Schaffen
Sie den Balanceakt aus Teamorientierung und
klarer Kennzeichnung des eigenen Beitrags.
Holen Sie so auch Menschen mit unterschiedlicher
Meinung ins Boot, denn um erfolgreich zu
argumentieren, dürfen Sie keine Mauern zwischen
sich und den anderen errichten. Überzeugen
heißt: Menschen mitnehmen, Gegenmeinungen
integrieren! „Argumentiere hart in der Sache,
weich in der Form“ – diesen charmanten Rat
gab die Rhetorik schon in der Antike den
Rednern mit auf den Weg.
Formulieren Sie Ihre Beiträge logisch, strukturiert
und rund – „Wie ordne ich meine Argumente
an?“
Platzieren Sie dann Ihr Statement überzeugend
und wirkungsvoll. Die folgenden Methoden
unterstützen Sie dabei, Ihre Gedanken zu
sortieren, strategisch anzuordnen und prägnant
zu formulieren.
Erstens: Ihr Statement sollte nicht mehr
als 3 Botschaften enthalten, mehr kann sich
unser Gehirn nicht merken. Zweitens: Ihr
Statement beginnt mit einem einleitenden
Satz, der Ihren Beitrag ankündigt oder an
die Beiträge Ihrer Vorredner anknüpft. Und
drittens endet Ihr Beitrag mit einer geschlossenen
Frage, auf die Ihre Zuhörer im besten Fall
mit „Ja“ antworten können.
„Wenn ich die Diskussion bisher richtig verstanden
habe, sind wir alle unzufrieden mit der jetzigen
Praxis, mehrere sehr interessante Vorschläge
sind gemacht worden (Einstig/Brücke). Wir
haben also mit der bisherigen Vorgehensweise
nur 40% der Kunden gewinnen können, 60% hat
der Wettbewerber gewonnen. Wir wollen eine
Trefferquote von 80%, um unsere Ziele zu
erreichen. Damit wir eine verlässliche Ausgangsposition
bekommen, habe ich eine Mitbewerberanalyse
machen lassen. Wir könnten es wie Unternehmen
x, y, z machen und unsere Akquise-Praxis
optimieren, zum Beispiel indem wir den Kunden
zu uns ins Headquarter einladen (Argumentation).
Was meinen Sie, können wir von diesen Erfahrungen
profitieren (Ziel als geschlossene Frage)?“
Erstens ist der Beitrag nun überzeugend strukturiert
und richtig dosiert. Er folgt zweitens einer
inneren Logik: Es gibt einen von allen nicht
tragbaren „höllischen“ Ist-Zustand, wir alle wollen einen „himmlischen“ Soll-Zustand, und ich habe die Lösung, wie wir am sichersten dahin kommen. Und
drittens holt der Beitrag alle anderen Teilnehmer
ab, durch die verbindende Einleitung und
den in höflicher Frageform gestellten Zielsatz.
Verpacke deine Botschaft wirkungsvoll! „Was
kann ich visualisieren oder materialisieren?“
Fast jeder von uns präsentiert adhoc nur
die Themen, für die er Experte ist. Somit
befindet sich auf unserer Festplatte viel
Material hierzu. Auch wenn wenig Zeit ist:
Drucken Sie das eine Chart aus, das besonders
wichtig ist, und nehmen Sie es mit. Ein Bild
sagt oft mehr als 1000 Worte. Unterstützen
Sie damit Ihre zentrale Aussage. Wenn Sie
kein Chart ausdrucken können, dann stehen
Sie auf und visualisieren Sie Ihre Gedanken
live am Flipchart oder Whiteboard. Nehmen
Sie etwas mit, was Ihre Gedanken „materialisiert“
– ein Thesenpaper, dass Sie zum Schluss verteilen,
eine Mappe mit Ihrem Projekten, die Sie Ihrem
Chef in die Hand drücken. Wer schreibt, der
bleibt. Das gilt auch in der heutigen virtuellen
Zeit.
Im oberen Beispiel wäre ein Ablaufdiagramm
zur Stationenpräsentation sinnvoll oder eine
modular aufgebaute Skizze am Flipchart. Sie
stehen auf (!) und schreiben: Erste Station:
Entwicklungsabteilung. Dann erzählen Sie
mit Blickkontakt und lebendiger Gestik, welches
Ziel, welche Wirkung, welche Highlights diese
Station im Überzeugungsprozess des Kunden
hat. Kurze Pause. Dann schreiben Sie daneben:
„2. Station: Modellbau“ usw. Das bleibt in
Erinnerung, das unterscheidet Sie von anderen,
das überzeugt
Baue Highlights ein! Wie kann ich mein Publikum
rhetorisch erreichen?
Rhetorik-Experten sammeln die kommunikativen
Muster, die bewegen, überzeugen, begeistern.
Heute wissen wir aus der Gehirnforschung,
dass rhetorisch überzeugende Botschaften
mitten ins Belohnungssystem der Zuhörer treffen
müssen. Hier führen sie zunächst zu einer
Ausschüttung des Antriebshormons Dopamin,
das für die Motivation der Zuhörer wichtig
ist. Da eine überzeugende rhetorische Botschaft
auch verführerisch verpackt ist – zum Beispiel
als Geschichte, Metapher, aufsehenerregenden
Zahl – kurbelt sie immer auch die Produktion
von Glückshormonen an. Sie ist also belohnend,
sie belohnt uns mit guten Gefühlen. Eine
rhetorisch überzeugende Botschaft ist treffend,
motivierend und belohnend. Sie hat die Kraft,
Widerstände zu schmelzen, Entscheidungen
zu lenken und Zuhöreraugen leuchten zu lassen.
Das sind die Kompetenzen, die den entscheidenden
Vorsprung bringen.
Bauen Sie ab und an ein rhetorisches Highlight
ein. Suchen Sie anschauliche Beispiele, stellen
Sie rhetorische Fragen, flechten Sie ein
passendes Zitat ein, finden Sie eine passende
Analogie: „Beim bisherigen Akquise-Prozess
stehenzubleiben ist so ähnlich, als ob wir
in der Produktion nie Prozesse überdenken,
nie neue Maschinen kaufen oder nie Innovationen
einführen“. Sie könnten aber auch ein Businessquiz
veranstalten: „Schätzen Sie mal, um wie viel
Prozent steigert sich laut einer Studie der
University of California die Überzeugungskraft
einer Präsentation, wenn wir nicht nur Charts
nutzen?“ Lassen Sie Ihr Publikum schätzen,
loben Sie alle Antworten und heben Sie den
„Gewinner“ hervor. Schreiben Sie die aufsehenerregende
Zahl auf das Flipchart und lassen Sie sie
sichtbar im Raum stehen. Sie können nun eine
spannende Science-Story dazu erzählen, indem
sie kurz und knackig die Studie als spannende
Geschichte wiedergeben. Wiederholen Sie die
Zahl zwei bis drei Mal: – „48,8 % höherer
Wirkungsgrad, wenn wir multicodiert präsentieren,
48,8% höherer Wirkungsgrad! Das bedeutet
eine Verdoppelung der Überzeugungskraft unserer
Präsentationen beim Kunden“.
Mehr Informationen im Buch:
Anita Hermann-Ruess
Wirkungsvoll Präsentieren – Das Buch voller
Ideen
Rhetorik-Highlights, Argumente, Formulierungen
und Methoden für emotionale Präsentationen
1. Auflage BusinessVillage 2010
453 Seiten, zahlr. Abbildungen
ISBN 978-3-86980-0-75-2

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Was habe ich eigentlich den ganzen Tag gemacht?
von Wera Nägler
Kennen Sie das? Ihr Arbeitstempo wird immer
höher und trotzdem bleiben am Ende des Bürotages
Aufgaben liegen, die Sie „irgendwie“ nicht
schaffen. Die Anzahl der Aufgaben und Verpflichtungen
wächst unmerklich. Und immer öfter ist die
Bemerkung „Irgendwie weiß ich gar nicht so
genau, was ich eigentlich den ganzen Tag
gemacht habe“, zu hören. Vielleicht geht
es Ihnen auch so, dass Sie das Gefühl haben,
es müsste an Ihnen liegen, dass Sie Ihr Tagesgeschäft
nicht mehr so leicht abgearbeitet bekommen
wie noch vor zwei Jahren? Doch stimmt das
eigentlich? Ein Grund für diese Situation
könnten zu viele unerkannte „sowieso-Aufgaben“
sein.
Unmerklich kommen viele ständige Aufgaben
dazu
Was meine ich mit „sowieso-Aufgaben“? Ich
verdeutliche es an einem Beispiel: Eine Sachbearbeiterin
arbeitet seit zwei Jahren an ihrem Arbeitsplatz.
Nach und nach sind immer mehr kleine Aufgaben
hinzu gekommen. Beispielsweise ist sie jetzt
dafür zuständig, den Zählerstand des Kopierers
monatlich an den Servicedienst zu mailen.
Keine große Aufgabe. Früher wurde bei den
wöchentlichen Meetings die Rolle des Protokollanten
gewechselt. Als durch Krankheit ein Engpass
war, machte sie den Vorschlag, das Protokoll
zu vereinfachen. Vorher hatte der jeweilige
Protokollant handschriftlich mitgeschrieben,
es später abgetippt, verteilt und abgelegt.
Sie schlug vor, während der Besprechung alles
gleich in ein Textdokument einzugeben. Dieses
Vorgehen wurde zum neuen Standard. Dabei
wurde sie zur festen Protokollantin, da andere
Kollegen sich nicht in der Lage sahen, gleichzeitig
zu tippen und mitzudiskutieren. Die Zeit
für die Feinarbeit am Protokoll und das Verteilen
berücksichtigt die Sachbearbeiterin bei ihrer
Tagesplanung jedoch nicht. Denn sie denkt
(fälschlicherweise): „Ich erledige ja alles
in der Besprechung“. Früher hat sie alle
sechs Wochen Protokoll geführt und dafür
eineinhalb Stunden in ihrer Tagesplanung
vorgesehen. Für die wöchentliche „sowieso-Aufgabe“
des Protokolls plant sie jetzt keine Arbeitszeit
mehr ein, obwohl dies auf den gleichen Zeitraum
gemessen drei Arbeitsstunden ergibt.
Die Routine-Falle besteht aus lauter „sowieso-Aufgaben“
Diese Beispiele könnten für die meisten Arbeitsplätze
weiter ausgeführt werden. Von der wöchentlichen
Kontrolle, welches Büromaterial benötigt
wird bis zur Organisation der Bewirtung.
Auch das Pflegen der Webseite „mal eben“
gehört dazu. Die Merkmale dieser „sowieso-Aufgaben“
sind:
- Es sind wiederkehrende Aufgaben.
- Sie wirken erst einmal wie eine „Kleinigkeit“,
die man leicht „nebenbei“ „mitmachen“ kann.
- Die Aufgaben sind oft nicht schwierig, nicht
anspruchsvoll und in sich nicht zeitaufwändig.
- Sie werden oft erteilt mit dem Hinweis „Sie
machen doch sowieso schon xy, dann können
Sie doch auch gleich noch zz machen“.
- In der Summe sind die Aufgaben der „Routine-Falle“
oft die Zeit, die am Ende des Tages fehlt.
Warum „sowieso-Aufgaben“ nicht unvorhergesehene
Aufgaben sind
Bitte verwechseln Sie solche „sowieso-Aufgaben“
nicht mit Unvorhergesehenem. Unvorhergesehene
Aufgaben sind beispielsweise technische Probleme,
Ausfall von Kollegen und unerwarteter Kundenbesuch.
Dafür sollten Sie bei Ihrer Tagesplanung
optimalerweise einen Zeitpuffer einplanen.
Eine sehr allgemeine Empfehlung lautet beispielsweise:
60 Prozent der täglichen Arbeitszeit sind
für die Erledigung von Aufgaben und Terminen
vorgesehen, während 40 Prozent der Zeit für
unvorhergesehene Vorfälle einzuplanen sind.
Mit solch einem Zeitpuffer können Sie flexibel
auf unerwartete Anforderungen von Außen durch
Vorgesetzte, Kunden oder Kollegen reagieren.
Doch „sowieso-Aufgaben“ sind überhaupt nicht
unvorhergesehen, denn sie sind ja bekannt.
Auch Routineaufgaben, für deren Bearbeitung
Sie Zeit einplanen, sind keine „sowieso-Aufgaben“.
Wenn einmal monatlich eine Statistik zu führen
ist, die Sie dann in der Tagesplanung mit
zwei Stunden berücksichtigen, ist dies eine
konkrete Aufgabe.
Viele Aktionen kosten Zeit, die niemand bemerkt
Worauf ich Ihr Augenmerk lenken möchte sind
die vielen, kleinen Aktionen, die man nicht
in der Zeitplanung berücksichtigt, obwohl
sie Arbeitszeit benötigen. „Ach, die kleine
Viertelstunde“, denken Sie vielleicht. Doch
das ist typisch: Bei den „sowieso-Aufgaben“
haben alle Beteiligten eine rosarote Brille
auf. Von Vorgesetzten ist so ein Auftrag
schnell erteilt und gleich vergessen. Vergessen
wird auch, dass die Aufgabe bei jedem Turnus
immer wieder erledigt werden muss. Wie aber
sind die Auswirkungen, wenn diese kleinen,
meist nicht aufwändigen Aufgaben in der Tagesplanung
ausgespart werden? Die 10-Minuten-Aktionen
summieren sich zu einer Stunde, die am Ende
des Tages fehlt. Und wenn Sie jetzt den Eindruck
haben, dass dies auf Ihren Arbeitsplatz zutreffen
könnte, schauen wir nun auf die Lösung: 1.
Identifizieren der „sowieso-Aufgaben“ und
2. optimales einplanen und berücksichtigen
in der Planung. Sind Sie bereit? Dann wird
es jetzt konkret!
So identifizieren Sie Ihre „sowieso-Aufgaben“
Zur Bestandsaufnahme nehmen Sie ein Blatt
Papier oder erstellen eine Datei. Skizzieren
Sie eine einfache Tabelle mit den Spalten
„Thema“, „Zeitaufwand in Minuten“ und „fällig“.
Hier ist ein Beispiel, was darin stehen könnte:
- Protokoll Teamsitzung, 30 Minuten, wöchentlich
dienstags
- Kopierer Zählerstand an Servicefirma , 15
Minuten, Monatsende
- Büromaterial checken und bestellen, 30 Minuten,
monatlich
- Datensicherung, 15 Minuten, täglich
- Datensicherung Reinigung, 10 Minuten, monatlich
Tragen Sie in diese Liste in den nächsten
vier Wochen alle kleinen, oft unbemerkten
Routineaufgaben ein, die Sie in Ihrer Zeitplanung
bislang nicht erfasst haben. So erhalten
Sie eine Übersicht.
So machen Sie aus „sowieso-Aufgaben“ planbare
Aufgaben
Betrachten Sie Ihre Bestandsaufnahme und
bringen Sie Übersicht und System hinein.
Beantworten Sie sich diese Fragen: Welche
Punkte könnte man zu einer sinnvollen Arbeitseinheit
zusammen fassen? Für welche Aufgaben gibt
es feste Zeiten, Termine oder einen Turnus?
Und jetzt legen Sie Ihre eigenen Standards
für diese Routineaufgaben fest. Standards
haben den Vorteil, dass man – einmal festgelegt
- nicht immer neu entscheiden muss. Das spart
Zeit und bringt Übersicht. Mit einigen Punkten
aus meinem Beispiel könnte das so aussehen:
Aufgabe: Büro-Check
Dauer: 45 Minuten (inkl. 5 Minuten Puffer)
Termin: letzter Mittwoch im Monat, 15:00
1. Reinigung Datensicherung
2. Zählerstand Kopierer notieren
3. Büromaterial checken und notieren
4. Punkte 3 + 4 Mail senden
Wie Sie Ihre Aufgaben zukünftig im Blick
haben
Wenn Sie glauben, dass Sie durch „sowieso-Aufgaben“
in der Routine-Falle stecken, dann machen
Sie jetzt gleich den ersten Schritt. Sie
haben nicht viel Zeit? Dann nehmen Sie lediglich
einen DIN A4-Bogen und skizzieren kurz die
oben aufgeführten Stichworte. Tragen Sie
einen einzigen Punkt ein, der Ihnen spontan
einfällt. Legen Sie dann die Liste an einen
gut sichtbaren Platz. So fällt Ihr Blick
immer wieder darauf und Ihr Verstand wird
unbewusst nach Punkten suchen, die auf diesen
Zettel gehören. Ihre Liste schreibt sich
so fast von alleine. Notieren Sie sich in
Ihrer to-do-Liste, dass Sie diese Bestandsaufnahme
in vier Wochen auswerten.
Was machen Sie mit den dann konkret sichtbaren
„sowieso-Aufgaben“? Da gibt es mehrere Möglichkeiten:
Erster Vorschlag: Sie terminieren diese Aufgaben
und planen sie zukünftig mit der ermittelten
Arbeitszeit ein. Wenn Sie elektronische Hilfsmittel
wie MS Outlook oder Lotus Note nutzen, richten
Sie gleich eine Serienaufgabe ein. Zweiter
Vorschlag: Ihre Inventur führt zum ersatzlosen
Streichen der Aufgabe, zum Minimieren oder
Sie delegieren die Aufgabe. Dritter Vorschlag:
Wenn sich zeigt, dass Ihr Arbeitsanfall unmerklich
dauerhaft zu hoch geworden ist, kommen Sie
um ein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten nicht
herum. Dafür jedoch haben Sie jetzt jedoch
Fakten und Daten.
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